Wildpferdefang im Merfelder Bruch
35 junge Hengste eingefangen

Dülmen -

(Aktualisiert: 16.07 Uhr) Den traditionellen Wildpferdfang haben am Samstag etwa 15.000 Besucher beobachtet. Das staubige Tierspektakel im Naturschutzschutzgebiet Merfelder Bruch bei Dülmen war nicht nur für die Fänger eine schweißtreibende Angelegenheit. 

Sonntag, 27.05.2018, 16:00 Uhr

Wildpferdefang in Dülmen: Mit bloßen Händen fingen die Männer wieder Hengste aus der Herde.
Wildpferdefang in Dülmen: Mit bloßen Händen fingen die Männer wieder Hengste aus der Herde. Foto: Kristina Kerstan

Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde der Wildpferdefang am Samstag im Merfelder Bruch bei Dülmen für die Fänger zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Insgesamt 35 einjährige Hengste fingen die knapp 30 Männer mit bloßen Händen aus der Arena, die Jährlinge wurden im Anschluss versteigert. „Alles blieb verletzungsfrei, sowohl für Menschen als auch für die Tiere“, zog Oberforstinspektor Friederike Rövekamp am Ende ein positives Fazit.

Proteste blieben aus

Nach Kritik von Tierschützern werden die Tiere seit Jahren sanfter eingefangen. Früher rissen die Fänger die Tiere am Hals herum und drückten die Hengste zu Boden. Das war für Mensch und Tier oft mit Verletzungen und zumindest blauen Flecken verbunden. Heute wird das Spektakel von einer Expertin der Tierärztlichen Hochschule Hannover begleitet. Die Verhaltensbiologin Willa Bohnet schult die Fänger und bringt ihnen den sanfteren Fang bei. Proteste von Tierschützern bereits an den Zufahrtswegen blieben - anders als in den Jahren zuvor - in diesem Jahr aus.

Über 30 Personen mussten hitzebedingt vom Deutschen Roten Kreuz versorgt werden, drei Besucher wurden ins Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei mit.

Vorprogramm mit Westernreiten und Springquadrille

Vor dem eigentlichen Fang wartete ein Vorprogramm unter anderem mit Westernreitern und einer Springquadrille. Der Höhepunkt des Nachmittags war jedoch der Einlauf der Herde, als rund 300 Wildpferde, begleitet von einer großen Staubwolke, in die Arena galoppierten.

Die Fänger, meist junge Männer von den Bauernhöfen aus der Umgebung, trennen die Jungtiere in der Arena dann von den Stuten. Per Hand und mit ausgebreiteten Armen werden die kleinen Hengste eingefangen und zu einem abgetrennten Gatter geführt. Anschließend folgt die Versteigerung der Tiere. Mit dem Erlös finanziert Rudolf Herzog von Croÿ teilweise den Unterhalt der Herde. So muss in den kalten Wintermonaten die Herde mit Heu zugefüttert werden.

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