Nordbahn-Diskussion geht weiter
Umfrage unter Cowi-Mitarbeitern

Mettingen/Westerkappeln -

Die unendliche Diskussion über das Für und Wider der Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn für den Personenverkehr geht weiter. Seit sich der Tiefkühltortenhersteller Coppenrath&Wiese eingeschaltet hat und das Projekt ablehnt, hat das Thema eine neue Wendung bekommen. Für ihre Argumentation zieht das Unternehmen zu dem eine Mitarbeiter-Befragung heran.

Dienstag, 08.05.2018, 16:23 Uhr

Nadelöhr Hügelstraße: Vor allem am Bahnübergang zwischen Kreisverkehr und Kreuzung Industriestraße befürchtet Coppenrath&Wiese eine Beeinträchtigung des Autoverkehrs durch die Bahn, verbunden mit zahlreichen Sicherheitsrisiken
Nadelöhr Hügelstraße: Vor allem am Bahnübergang zwischen Kreisverkehr und Kreuzung Industriestraße befürchtet Coppenrath&Wiese eine Beeinträchtigung des Autoverkehrs durch die Bahn, verbunden mit zahlreichen Sicherheitsrisiken Foto: Oliver Langemeyer

Das „Nein“ des Mettinger Tiefkühltorten-Herstellers Coppenrath& Wiese zur Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn hat für viele Reaktionen gesorgt. Einige Bürger können die Sicherheitsbedenken des Unternehmens vor allem am Bahnübergang Hügelstraße nachvollziehen.

Gegner des Projekts fühlen sich bestätigt, dass vor allem die Schließzeiten an den Übergängen willkürlich erscheinen. Dabei gerät der Schrankentest der RVM erneut in die Kritik. Die Simulation hätte auf alle Mettinger Bahnübergänge bezogen werden müssen, heißt es. Es gibt aber auch Stimmen, die die Ankündigung des Tiefkühlriesen, im Fall einer Reaktivierung nicht mehr am Standort Hansastraße zu investieren, für überzogen halten. In jedem Fall hat die Diskussion um die Nordbahn eine neue Wendung genommen.

Coppenrath&Wiese stützt sich bei der Ablehnung der Nordbahn auch auf eine Umfrage unter den Mitarbeitern. Die hat der Betriebsrat organisiert. Die Befragung habe einen Rücklauf von deutlich mehr als 1000 Fragebögen gehabt, sagt die Betriebsratsvorsitzende Doris Brüggemeyer. Die Ergebnisse: Knapp 90 Prozent der Mitarbeiter fühlen sich durch die Schließung der Schranken auf dem Weg zur Arbeit behindert. 94 Prozent sehen keine Zeitersparnis durch die Reaktivierung der Nordbahn. Rund 93 Prozent würden das Auto oder Zweirad nicht stehen lassen, wenn die Bahn kommt. Und 98,5 Prozent der Belegschaft fahre mit dem Auto oder Zweirad zur Arbeitstelle an die Hansastraße.

Allerdings hat der Betriebsrat den Fragbögen einen Begleittext beigefügt. „Achtung!!! Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn und ihre Folgen“, lautet die Überschrift. Dort werden ausschließlich Argumente gegen das Projekt aufgezählt. Angefangen vom Wegfall der Haltestellen, wenn die Schnellbuslinie 10 den Betrieb einstellt, über die hinlänglich diskutierten Verkehrsbehinderungen durch geschlossene Schranken bis hin zu den nach Ansicht der Nordbahn-Kritiker zu hoch kalkulierten Fahrgastzahlen. Zudem wird auf Sicherheitsrisiken und eine erhöhte Luftverschmutzung durch die Dieselloks hingewiesen. Eine einseitige Beeinflussung der Belegschaft durch diese Informationen sieht Doris Brüggemeyer nicht. „Die meisten haben sich das gar nicht durchgelesen, sondern haben sofort abgestimmt“, sagt die Betriebsratvorsitzende.

Das Thema Reaktivierung der Nordbahn wird in dieser Woche noch weiter diskutiert. Auftakt ist am heutigen Dienstag um 19 Uhr bei einer Informationsveranstaltung der CDU im Hotel Bergeshöhe. Die RVM stellt dort die Ergebnisse des Schrankentests vor. Einen Tag später (Mittwoch 17.30 Uhr) beschäftigt sich der Bauausschuss mit den Resultaten der simulierten Schließzeiten.

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