Influenza: DRK fährt Einsatzzentrale hoch
Kurz vor Alarmstufe Rot

Münster/Hagen -

Die Grippewelle hat inzwischen solche Ausmaße angenommen, dass Engpässe bei der Versorgung und dem Transport von Patienten in NRW offenbar nicht mehr ausgeschlossen werden. Als Notfallmaßnahme hat der DRK-Landes verband Westfalen-Lippe mit Sitz in Münster am Wochenende seine „Einsatzzentrale Landesverband“ aktiviert.

Dienstag, 13.03.2018, 13:00 Uhr

Im Influenza-Einsatz: Das Deutsche Rote Kreuz hat am Wochenende im Märkischen Kreis bei Krankentransporten ausgeholfen.
Im Influenza-Einsatz: Das Deutsche Rote Kreuz hat am Wochenende im Märkischen Kreis bei Krankentransporten ausgeholfen. Foto: Jens Keblat

Dahinter verbirgt sich eine Leitstelle, über die bei Bedarf rund um die Uhr Einsätze koordiniert werden können. In den sozialen Medien verbreitete das DRK diesen Schritt als Eilmeldung.

Die Einsatzzentrale wird immer dann besetzt, wenn größere oder außergewöhnliche Lagen auftreten, mit deren Bewältigung ein Kreisverband alleine überfordert wäre. Zuletzt war das während der Flüchtlingskrise 2015 der Fall.

Rettungsdienste an den Grenzen der Belastbarkeit

„Uns lagen Meldungen vor, wonach es aufgrund der vielen Einsätze zu akuten Pro­blemen beim Krankentransport und wegen der Vielzahl an Erkrankten in Kliniken zu Engpässen bei Betten und anderen Materialien gekommen war“, erklärte Gunther Stang, DRK-Bezirksbeauftragter für den Katastrophenschutz, am Montag auf Nachfrage. Landauf, landab seien die Häuser und Rettungsdienste inzwischen an den Grenzen ihrer materiellen und personellen Belastbarkeit angekommen. Tritt ein solcher Fall ein, stehen Hilfsor­ganisationen als Reserve zur Verfügung.

Die Kollegen vor Ort konnten die vielen Grippe-Einsätze alleine nicht mehr bewältigen.

Gunther Stang, DRK-Bezirksbeauftragter für den Katastrophenschutz

Am Wochenende meldete die DRK-Leitstelle Ein satz­bereitschaft. „Externe Hilfe wurde am Ende aber nur im Märkischen Kreis angefordert“, sagte Stang. Dort half das DRK beim Krankentransport aus. „Die Kollegen vor Ort konnten die vielen Grippe-Einsätze alleine nicht mehr bewältigen.“ Die von dortigen Kliniken zudem angeforderten Betten kamen nicht aus dem DRK-Depot: Die Stadt Dortmund half kurzfristig aus.

Schon am Montag hatte sich die Lage offenbar ein wenig entspannt. Das DRK jedenfalls knipste das Licht in seiner Einsatzzentrale wieder aus.

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