Naturkundemuseum
Münsteraner erfolgreich bei Europameisterschaft der Präparatoren

Münster -

Was es alles gibt! Jacqueline Winkler und Aminul Islam, junge Präparatoren im LWL-Naturkundemuseum in Münster, haben an der Europameisterschaft ih­rer Zunft in Salzburg teilgenommen und zwei erste und einen zweiten Platz erreicht.

Dienstag, 13.03.2018, 14:00 Uhr

Jacqueline Winkler und Aminul Islam aus dem LWL-Naturkundemuseum waren bei der Europameisterschaft der Präparatoren mit zwei ersten und einem zweiten Platz sehr erfolgreich.
Jacqueline Winkler und Aminul Islam aus dem LWL-Naturkundemuseum waren bei der Europameisterschaft der Präparatoren mit zwei ersten und einem zweiten Platz sehr erfolgreich. Foto: Wilfried Gerharz

Die beiden ausgezeichneten Präparatoren beteiligten sich mit insgesamt fünf Tierpräparaten an dem Wettbewerb: Islam, 30, reichte ei­nen Weißstorch, ei­nen Hermelin, einen Waschbären und einen Wellensittich ein; Storch und Sittich erzielten Gold. Winkler, 28, beteiligte sich mit einem Ährenträgerpfau – und erreichte Rang zwei in der Novizen-Klasse.

Ausgeprägte Liebe zur Natur

Am Tag der Bekanntgabe sitzen die beiden in ihrer Werkstatt und machen das, was Präparatoren so machen: Winkler klebt gerade etwas im Inneren ei­ner ­Möwe, Islam bringt eine Kohlmeise kunstvoll in Form.

Lektion eins an diesem Montag: Präparatoren müssen eine ausgeprägte Liebe zur Natur besitzen. Lektion zwei: Tiere zu präparieren ist eine Kunst, nicht simples Kadaver-Ausstopfen. Präparatoren sind mithin Künstler mit besonderem handwerklichem Geschick. „Man muss sich vorstellen können, was in einem Tier vorgeht, wenn es eine bestimmte Haltung einnimmt“, sagt Winkler. Nur dann wirke ein Präparat natürlich. Und darauf komme es letztlich an.

Man muss sich vorstellen können, was in einem Tier vorgeht, wenn es eine bestimmte Haltung einnimmt.

Jacqueline Winkler

Die Europameisterschaft findet alle vier Jahre statt, sie ist als offener Wett­bewerb konzipiert. Heißt: Wer will, bewirbt sich mit seinen besten Exponaten. „In diesem Jahr waren es 253 Teilnehmer aus 34 Ländern, die mit insgesamt 351 Objekten an den Start gegangen sind“, sagt Bianca Fialla vom Naturkundemuseum. Die Konkurrenz war also groß.

Sehen, wo man selbst steht, schauen, welche Kniffe, Tricks und Fingerfertigkeiten die Konkurrenten so draufhaben. Winkler sieht die Meisterschaft sportlich. „Man kann dort einfach viel lernen“, sagt sie. Von der ­Jury, die die eigene Arbeit bewertet. Von den Mitstreitern, die stolz ihre Meisterstücke präsentieren.

Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb: So ei­ne Auszeichnung sei Ansporn, weiterzumachen, sagt Islam. Und allein beim ­Europacontest gibt es noch Professional-, Master- und Exzellenz-Kategorien – und damit Luft nach oben.

Auszeichnung als Ansporn

Tote Tiere und damit Material für die tägliche Arbeit bekommen die Präparatoren im LWL-Museum zuhauf. „Funde vom Straßenrand, Exoten aus den Zoos“, sagt Fialla. Pro Jahr sind es Hunderte Kadaver. Sobald ein Tier interessant, noch vollständig und nicht verwest ist, nehmen es die Restauratoren an. „Ich lehne Exem­plare ab, deren Herkunft unklar ist“, sagt Winkler.

Tierpräparatoren im Naturkundemuseum

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  • Tierpräparatoren im Naturkundemuseum Foto: Wilfried Gerharz
  • Tierpräparatoren im Naturkundemuseum Foto: Wilfried Gerharz
  • Tierpräparatoren im Naturkundemuseum Foto: Wilfried Gerharz
  • Tierpräparatoren im Naturkundemuseum Foto: Wilfried Gerharz
  • Tierpräparatoren im Naturkundemuseum Foto: Wilfried Gerharz
  • Tierpräparatoren im Naturkundemuseum Foto: Wilfried Gerharz
  • Tierpräparatoren im Naturkundemuseum Foto: Wilfried Gerharz

"Ich habe sie alle gerne"

Lieblingstiere auf dem Tisch kennt die 28-Jährige nicht. „Ich habe sie alle gerne.“ Islam hingegen mag besonders Meisen, „weil die so klein und niedlich sind“. Der Mann aus Bangladesch würde liebend gerne mal einen Paradiesvogel präparieren, der besonderen Federn wegen. Winklers Traumtier wäre ein Pfauentruthahn. Der ist zwar bunt, ansonsten aber alles andere als schön. Aber darauf kommt es ei­nem Präparator ja nicht an.

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