Staatsanwaltschaft ermittelt
Greven suspendiert Feuerwehrchef

Greven -

Überraschung bei der Grevener Feuerwehr. Ihr Wehrführer und Chef der Feuer- und Rettungswache Matthias W. wurde von der Stadt Greven suspendiert. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Dienstag, 20.02.2018, 06:34 Uhr

Grevens Feuerwehr im Einsnatz
Grevens Feuerwehr im Einsatz Foto: Jens Keblat

Als Cosimo Palomba, Grevens erster Beigeordneter, vergangene Woche die Fraktionschefs Zuhause anrief, klang er dramatisch. Es sei, sagte er, „das Schlimmste“ passiert. Das Schlimmste betraf Matthias W., den Leiter der Feuer- und Rettungswache und Chef der Freiwilligen Feuerwehr. Seit Montag vergangener Woche ist der Schwager von Bürgermeister Peter Vennemeyer suspendiert. Das heißt: vorläufig seines Amtes enthoben.

Keine Auskünfte zu Ermittlungsverfahren

„Die Stadt Greven wurde von der Staatsanwaltschaft Münster darüber in Kenntnis gesetzt, dass gegen den Leiter der Feuer- und Rettungswache Greven ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde“, erklärte schriftlich der städtische Pressesprecher Klaus Hoffstadt, „Fragen zum laufenden Ermittlungsverfahren werden wir nicht beantworten.“

Auch der leitende Staatsanwalt in Münster bestätigte am Montag ein Ermittlungsverfahren, ohne allerdings über einen möglichen Tatverdacht Auskunft zu geben.

Bürgermeister auf eigenen Wunsch nicht an Verfahren beteiligt

Wegen des Verwandtschaftsverhältnisses zwischen Bürgermeister Vennemeyer und W. sei der Bürgermeister von Anfang an – auf ausdrücklichen eigenen Wunsch – an keinem internen Gespräch und keiner Entscheidung in der Sache beteiligt, bekräftigt Hoffstadt. Die Verantwortung für die interne Behandlung liege beim Ersten Beigeordneten Palomba. Dass Vennemeyer in jüngster Zeit pausierte, habe mit dem Fall „nullkommanichts“ zu tun. Er hat seit dem Karneval Grippe.

In der Verwaltung sei beschlossen worden, W. bis auf weiteres von sämtlichen Ämtern und Aufgaben freizustellen, so Hoffstadt. Das gelte sowohl für die dienstliche Tätigkeit als Leiter der Feuer- und Rettungswache als auch für die Funktion als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Greven.

Es werde ausdrücklich betont, dass für ihn die Unschuldsvermutung gelte, solange kein rechtskräftiges Urteil vorliege.

Rätseln über die Gründe

Derweil rätselt man in Grevens Politik über mögliche Gründe der Amtsenthebung. Einer könnte sein, dass W.s Frau die Firma „Brandschutz-Schulungssysteme Nord“ betreibt, die Weiterbildung und das Erstellen von Brandschutzordnungen anbietet. Diese Aktivitäten sind in der Politik bereits ein Thema gewesen. Es habe aber geheißen, dass die Firma nicht in Greven tätig werde. Stadtsprecher Hoffstadt erklärte, dass Nebentätigkeiten von Mitarbeitern jährlich abgefragt und überprüft würden.

Sowohl der Dienstbetrieb der Feuer- und Rettungswache Greven als auch die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Greven seien in vollem Umfang sichergestellt. Zudem habe der Kreisbrandmeister der Mannschaft in Greven seine volle Unterstützung zugesichert. Die Leitung der Rettungswache übernehme kommissarisch Franz Artmeier, die Leitung des Löschzuges Reinhard Holt.

Meinung

Kommentar zum Thema: Schwieriger Fall

...
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5537091?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker