Do., 15.02.2018

Hohe Nachfrage am FMO Germania stockt Kapazitäten auf

Die Fluggesellschaft Germania steuert mit dem Beginn des Sommerflugplans 16 Ziele an und erhöht die Zahl der angebotenen Sitzplätze um 30 000.

Die Fluggesellschaft Germania steuert mit dem Beginn des Sommerflugplans 16 Ziele an und erhöht die Zahl der angebotenen Sitzplätze um 30 000. Foto: Gunnar A. Pier

Greven - 

Nicht kleckern, sondern klotzen: Die Fluggesellschaft Germania, die seit 2015 am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) fliegt, legt in diesem Sommer eine Schippe drauf und erhöht ihre Kapazitäten um 30.000 Sitzplätze. „Die Nachfrage ist so groß, dass wir ein größeres Flugzeug einsetzen werden“, erklärte der „Director Sales“ Claus Altenburg am Donnerstag. Auch für den Winterflugplan hatte er eine Überraschung parat: Ab November wird Germania in Greven die Zahl der Flüge verdoppeln. Der FMO schickt sich offenkundig an, wieder wer zu sein.

Von Elmar Ries

Das vergangene Jahr war für die Grevener unerwartet erfolgreich. Im Jahr davor Kellerkind, 2017 dann Flughafen mit dem bundesweit stärksten Zuwachs um plus 22 Prozent auf 960.000 Passagiere – da lautete die Frage: Wie wird 2018?

Mutmaßlich nicht so gut wie 2017, hieß es noch im Dezember. Air Berlin war kurz vor Weihnachten abgestürzt, Niki purzelte hinterher. Der Markt geriet ins Strudeln, fertig geglaubte Planungen mussten über den Haufen geworfen werden. Auch ein kleiner Flughafen wie der FMO bekam die Verwerfungen zu spüren. Allein das Niki-Aus bedeutete für ihn ein Verlust von 50.000 Passagieren allein in diesem Sommer.

Gestiegenes Interesse an Flügen ab Greven

Doch die verhalten-eingetrübte Sicht scheint Schnee von gestern. Flughafen-Chef Prof. Rainer Schwarz, in seinen Prognosen immer vorsichtig, geht davon aus, dass der FMO die guten Zahlen aus dem vergangenen Jahr auch in diesem halten kann. „Die Nachfrage ist objektiv da“, sagte er. Es gebe bei den Reiseveranstaltern und Reisebüros ein deutlich gestiegene Interesse nach Flügen ab Greven.

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Dort, wo wir uns engagieren, wollen wir der Local Hero sein.

Claus Altenburg

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Blieb die Frage: Wie den Bedarf bedienen? Erst im Januar stand fest: Germania macht‘s. „Ansonsten wären womöglich andere Airlines in die Lücke gesprungen“, sagte Altenburg. Das wollte die Fluggesellschaft natürlich verhindern. „Dort, wo wir uns engagieren, wollen wir der Local Hero sein.“

Also: Nach 100.000 zusätzlichen Sitzplätzen 2017 legt Germania 2018 nach und bietet mit dem Inkrafttreten des Sommerflugplan weitere 30.000 Plätze an. Anstelle der angekündigten Stationierung zweier A 319 mit je 150 Plätzen stellt die Airline dem FMO nun einen Airbus A 319 und einen A 321 mit 210 Sitzplätzen auf den Hof. „Letzterer wurde eigens für Greven eingeflottet“, sagte der Manager. Sie fliegen 16 Ziele an.

Optimismus in Greven

Zur Wahrheit gehört aber auch: Für den Optimismus in Greven ist nicht nur Germania zuständig. Auch Lufthansa, Sun Express und Pegasus Airlines spüren die stärkere Nachfrage – und investieren ins Angebot.

Das gilt auch für den Winter. Der ist nie Quotenbringer, läuft diesmal aber recht ordentlich. „Im Vergleich zu 2017 plus 13 Prozent bei den Fluggästen im Januar“, verkündete Schwarz. „Und die beiden Folgemonate werden ähnlich gut.“ Apropos: Für den kommenden Winterflugplan lässt Germania erstmals zwei Maschinen in Greven stationiert und stockt das Programm auf. Anstatt durchgängig siebenmal wöchentlich werden die Sonnenziele knapp 15 Mal pro Woche angeflogen.

Das sind die nackten Zahlen, wie aber steht es um die nicht minder wichtigen Aussichten? Da geben sich Altenburg und Schwarz betont bedeckt. Dass Germania in Greven „den Scheitelpunkt“ längst noch nicht erreicht hat, sagt der Airline-Mann. Und ja, er könne sich vorstellen, perspektivisch eine dritte Maschine am FMO zu stationieren.

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