Grevener Teilnehmer bei „Big Bounce“
Trampolinbegeisterter Bestatter

Greven -

Ein trampolinspringender Bestatter? „Na klar!“, meint Bernhard Dechering und lächelt. „Bestatter sind keine Menschen, die zum Lachen in den Keller gehen. Auch wenn viele das glauben.“

Donnerstag, 15.02.2018, 09:56 Uhr

Ohne Sakko fliegt der Grevener Bestatter Bernhard Dechering durch den Big Bounce-Parcours der neuen Physical-Game-Show von RTL.
Ohne Sakko fliegt der Grevener Bestatter Bernhard Dechering durch den Big Bounce-Parcours der neuen Physical-Game-Show von RTL. Foto: MG RTL D / Markus Hertrich

Der 27-Jährige ist einer der Kandidaten der RTL-Show „Big Bounce“. Nur zehn Prozent der 4000 Bewerber winkt die Chance auf 100.000 Euro Preisgeld, wenn sie den Trampolin-Parcours bezwingen.

Auf gut Glück beworben

„Ich habe mich einfach mal so auf gut Glück beworben“, sagt der 27-Jährige. „Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet, dass ich die Chance bekomme, dabei zu sein. Die Freude war dann natürlich umso größer.“

In Sprungstelzen auf Hindernisjagd

Warum seine Passion für gefederte Sportgeräte nicht mit seinem Beruf zusammenpassen sollte, kann der Bestatter nicht nachvollziehen: „Viele denken, ein Bestatter ist immer nur still und ernst. Im Beruf bin ich das auch, aber doch nicht in meiner Freizeit.“

Dann springt der Trampolin-Enthusiast gerne durchs Jump-House in Münster, rotiert auf dem eigenen Trampolin im Garten oder schnallt sich seine Sprungstelzen unter die Füße und geht auf Hindernisjagd.

Über Grevens Parkbänke und Mülleimer

Der ein oder andere hat ihn vielleicht schon mal gesehen, wie er auf den 40 Zentimeter hohen Sprunggeräten aus Fiberglas über Grevens Parkbänke und Mülleimer fliegt. „Klar, geht auch mal was schief, aber dann heißt es: aufstehen und weitermachen“, sagt der Hobby-Bouncer.

Nach dem Abitur 2011 in Vreden begann er die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Wie kommt man auf diesen Beruf? „Tatsächlich bin ich über eine Internet-Suchmaschine auf den Beruf gestoßen“, sagt Bernhard Dechering. Vor seiner Ausbildung hatte er überhaupt keinen Bezug zum Bestattungswesen. Aber es war genau das Richtige für ihn. Noch nie habe er bereut, sich für diesen Beruf entschieden zu haben. Aber er empfehle jedem, vorher ein Praktikum zu machen, auch wenn er selbst ohne Vorerfahrungen in die Ausbildung gestartet ist. „Den Umgang mit Verstorbenen kann man nicht lernen.“

Größeres Bewusstsein für das Leben und den Moment

Der Wahlgrevener arbeitete nach der Ausbildung zuerst in Münster, zog aber bereits im Juni nach Greven und arbeitet seit Februar beim Grevener Bestattungsinstitut Detlef Venschott.

Die tägliche Konfrontation mit dem Tod führt bei ihm zu einem größeren Bewusstsein für das Leben und den Moment, sagt er.

Eigene Beerdigung bereits geplant

Seine eigene Beerdigung hat Bernhard bereits bis ins kleinste Detail geplant. „Ich schlafe ruhiger, seitdem ich alles geregelt habe.“ Der Tod dürfe kein Tabu-Thema sein. Man solle sich mit dem Gedanken der eigenen Sterblichkeit rechtzeitig auseinandersetzen, um im Trauerfall vorbereitet zu sein, sagt der 27-Jährige.

„Es gibt keine Garantie auf das Leben, dieses Bewusstsein verdanke ich wohl meinem Beruf und deshalb versuche ich, jeden Moment so gut es geht zu nutzen und alles zu machen, worauf ich Lust habe.“

Zum Thema

Wie sich Bernhard Dechering im Big Bounce-Parcours geschlagen hat, erfährt man am Freitag um 20.15 Uhr bei RTL.

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