Explosion in Mehrfamilenhaus
Anklage wegen versuchten Mordes gegen 18-Jährigen

Velen -

Drastische Maßnahme, um einen Umzug zu verhindern: Ein 18-Jähriger hat gestanden, in der neuen Wohnung seiner Mutter Benzin ausgeschüttet und dann angezündet haben. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchten Mordes in zehn Fällen.

Mittwoch, 15.11.2017, 13:05 Uhr

Explosion in Mehrfamilenhaus: Anklage wegen versuchten Mordes gegen 18-Jährigen
Bei einem Brand in Velen wurden fünf Personen verletzt, es entstand ein Sachschaden von 720.000 Euro. Foto: Christiane Göke

Die Liste der Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft Münster gegen den 18-Jährigen erhebt ist lang: versuchter Mord in zehn Fällen,  besonders schwere Brandstiftung mit versuchter Todesfolge, gefährliche Körperverletzung in fünf Fällen und schließlich das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. Die auswärtige Jugendkammer des Landgerichts Münster beim Amtsgericht Bocholt muss nun über die Zulassung dieser Anklage entscheiden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Münster am Mittwoch mit.

Explosion im Mehrfamilienhaus

Der 18-Jährige soll am 21.08.2017 gegen elf Uhr in der neu von seiner Mutter angemieteten Wohnung an der Schulstraße in Velen in mehreren Zimmern Benzin ausgeschüttet und dieses dann angezündet zu haben. Es kam zu einem Brand und zu einer Explosion, durch die unter anderem das Dachgeschoss und der Dachstuhl des Gebäudes komplett zerstört wurden. An dem Gebäude entstand ein Sachschaden von mindestens 720.000 Euro.

Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Münster insgesamt zehn Personen im Gebäude; fünf Bewohner mussten wegen Rauchgasvergiftungen ärztlich behandelt werden. Nach Bewertung der Staatsanwaltschaft nahm der Angeschuldigte bei der Brandlegung billigend in Kauf, dass hierdurch Bewohner des Hauses sterben könnten. 

„Das Beste für die Familie″

Der Angeschuldigte hat in seiner polizeilichen Vernehmung eingeräumt, den Brand gelegt zu haben, um damit den Umzug mit seiner Mutter von Borken nach Velen zu verhindern, da dies nach seiner Ansicht für seine Familie das Beste gewesen wäre. Er habe lediglich das Innere der Wohnung zerstören wollen, einen weitergehenden Schaden oder gar eine Gefährdung von Menschen habe er nicht bezweckt.

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