Anzeige

Do., 12.10.2017

Mehr Druck auf chancenlose Asylbewerber Zentrale Ausländerbehörde bald in Münster

In NRW sollen Flüchtlinge ohne Chance auf Asyl schneller zurückgeschickt werden.

In NRW sollen Flüchtlinge ohne Chance auf Asyl schneller zurückgeschickt werden. Foto: dpa

Münster/Düsseldorf - 

NRW will Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern künftig konsequenter zurück­schicken. Die infrage kommenden Flüchtlinge werden nicht mehr auf die Kommunen verteilt, sondern bleiben in Landeseinrichtungen. Von dort aus sollen sie entweder freiwillig zurück­kehren oder – wenn möglich – abgeschoben werden.

Von Elmar Ries und Klaus Baumeister

Unterbringung, Rückkehrberatung oder Rückführung der Menschen werden von den Zentralen Ausländer­behörden (ZAB) organisiert. In NRW waren deren Standorte bisher Köln, Dortmund und Bielefeld. Künftig bekommt jeder Regierungs­bezirk eine solche ZAB – die für den hiesigen Bezirk kommt nach Münster. Das haben Stadt und Inte­gra­tions­ministeri­um am Donnerstag mitgeteilt.

Erstaufnahme-Einrichtungen werden geräumt

Dem Vernehmen nach hatte die Stadt Münster dem Ministerium die Übernahme dieser Aufgabe angeboten. Sie möchte über die Flächen zweier ehemaliger britischer Kasernen verfügen. Die Planungen sehen hier zwei ­große neue Wohnquartiere vor. Derzeit befinden sich in den früheren Militärliegenschaften Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge. Diese werden nun Ende 2017 beziehungsweise im April 2018 geräumt.

Wo in Münster die ZAB installiert wird, steht noch nicht fest. Ihr Platzbedarf ist jedoch überschaubar, „da es sich um eine reine Verwaltungsbehörde handelt. Dort werden keine Flüchtlinge aufgenommen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die bestehenden Zentralen Ausländerbehörden hätten die Erfahrung gemacht, dass ­zirka 90 Prozent der Aus­reisen im Rahmen be­schleunigter Asylverfahren frei­willig erfolgten.

Vor allem Flüchtlinge aus Balkanländern

Auch in anderen Bundesländern gibt es derartige Systeme. Dort wird chancenlosen Asylbewerbern bereits in den Einrichtungen die zügige Heimreise ans Herz gelegt und finanziell schmackhaft gemacht. Abgelehnten Antrag­stellern droht die konsequente Abschiebung. Betroffen da­von sind vor allem Flüchtlinge aus Balkanländern. Derzeit kommen laut Behördenangaben rund 1000 Flüchtlinge pro Woche nach Nordrhein-Westfalen.ehörde geben, die das organisiert. 

Mehr zum Thema

Kommentar zur Rückführung in sichere Herkunftsländer: Eine Art Vertrauensfrage

Zwei neue große Wohngebiete: Bund und Land verlassen die Kasernen

Unterbringung von Flüchtlingen:  Erstaufnahme in Kasernen bis 2019

Google-Anzeigen

Folgen Sie uns auf Facebook

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5219190?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F