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Do., 12.10.2017

Weltkriegsblindgänger sorgt für Großeinsatz in Drensteinfurt Und Sprengung!

Nur rund 30 Zentimeter groß, aber hochexplosiv: Auf der Wiese an der Adenauer-Straße wurde gestern Nachmittag eine Weltkriegsgranate gesprengt. Nach dem Einsatz des Kampfmittelräumdienstes begutachteten Ordnungsamtsleiter Martin Brinkötter und Bürgermeister Carsten Grawunder (v. re.) die Fundstelle.

Nur rund 30 Zentimeter groß, aber hochexplosiv: Auf der Wiese an der Adenauer-Straße wurde gestern Nachmittag eine Weltkriegsgranate gesprengt. Nach dem Einsatz des Kampfmittelräumdienstes begutachteten Ordnungsamtsleiter Martin Brinkötter und Bürgermeister Carsten Grawunder (v. re.) die Fundstelle. Foto: Dietmar Jeschke

Drensteinfurt - 

Eine nicht detonierte Weltkriegs-Panzerfaust sorgte am Donnerstagnachmittag für einen Großeinsatz in Drensteinfurt. Experten des Kampfmittelräumdienstes mussten den Blindgänger kontrolliert sprengen.

Von Dietmar Jeschke

Es ist Punkt 17 Uhr. Und es ist mucksmäuschenstill. Kein Wunder: Im Radius von rund 500 Metern geht buchstäblich nix. Die Konrad-Adenauer-Straße ist mitten im Feierabendverkehr dicht und in beide Richtungen abgeriegelt – samt der Fuß- und Radwege. Und auch auf der anderen Seite ist kein Durchkommen. Am beliebten Pättchen über „Storcks Wiese“ sowie am Grenzweg und am Tannenweg versperren Fahrzeuge des Bauhofs den Weg.

Ein wenig weiter diskutiert Ordnungsamtsleiter Martin Brinkötter mit Feuerwehreinsatzleiter Jörg Kronshage über das weitere Vorgehen. Währenddessen bereiten sich die aus Detmold angereisten Experten des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung Arnsberg im angrenzenden Graben auf ihren Einsatz vor. Und der steht kurz bevor.

„Das Gebiet ist geräumt. Die Anwohner in den benachbarten Häusern sind informiert“, rauscht es durch das Funkgerät. Dann geht alles ganz schnell. Zwei laute Sirenensignale – dann erschüttert ein ohrenbetäubender Knall die Luft. Zu hören ist er bis weit in die Innenstadt und in die Bauerschaft Rieth.

Drei weitere Hornsignale geben einige Augenblicke später Entwarnung. Die Gefahr ist gebannt. Zeit für den zwischenzeitlich angereisten Bürgermeister, selbst einen Blick auf den nachmittaglichen „Unruheherd“ zu werfen, von dem nur noch ein tiefer Krater und einige rostige Farbspuren übrig sind. Wie Carsten Grawunder von den Experten des Kampfmittelräumdienstes erfährt, hatte es sich um den Sprengkopf einer deutschen Panzerfaust gehandelt. Abgefeuert im Zweiten Weltkrieg, aber nicht detoniert. Was die ganze Angelegenheit so gefährlich machte. Denn – so der Kampfmittelexperte – Blindgänger dieser Art gelten als „hochsensibel“. Deshalb müssen sie per Ministeriumserlass grundsätzlich direkt vor Ort gesprengt werden. Und das haben die Fachleute mit aller Routine – und ohne weitere Schäden – erledigt.

Entdeckt hatte den unscheinbaren und nur etwa 30 Zentimeter großen Blindgänger ein aufmerksamer Baggerfahrer, der am Vormittag angerückt war, um die Kopfweiden auszugraben. Sie müssen dem künftigen Baugebiet zwischen dem Gewerbegebiet am Ladestrang und der Adenauer Straße weichen und sollen an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden.

Darauf werden sie nun aber ein wenig warten müssen. Denn bis sich die Experten nicht davon überzeugt haben, dass dort nicht weitere explosive Gefahren lauern, wird vorerst nicht weiter gebaggert. Und glaubt man den Berichten einiger Zeitzeugen, ist es nicht ausgeschlossen, dass in diesem Areal tatsächlich weitere Waffen- oder Sprengstofffunde zu Tage treten werden. Denn genau über diese Route sollen am Ende des Zweiten Weltkriegs die amerikanischen Streitkräfte – gegen den letzten Widerstand des Nazi-Regimes – in die Wersestadt eingedrungen sein . . .

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