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Mi., 13.09.2017

Die Astronautin Nicola Baumann hofft auf einen Raumflug zur ISS

Ihren Platz im Cockpit eines Eurofighters hat Nicola Baumann mit einer Ausbildung als Astronautin vertauscht, die 2020 mit der russischen Sojus zu einer vierzehntägigen Mission in der ISS aufbrechen will.

Ihren Platz im Cockpit eines Eurofighters hat Nicola Baumann mit einer Ausbildung als Astronautin vertauscht, die 2020 mit der russischen Sojus zu einer vierzehntägigen Mission in der ISS aufbrechen will. Foto: Ulrich Gösmann

Ahlen - 

Als Vorbild sieht sich Nicola Baumann nicht und möchte es auch nicht werden. Aber sie möchte Jugendliche – und dabei hat sie vor allem Mädchen im Blick – animieren, sich in der Schule bei Mathe und in den Naturwissenschaften mehr anzustrengen, auch wenn deshalb nicht alle Astronautin werden müssten.

Von Dierk Hartleb

Am Mittwoch ist die 32-jährige Kampfpilotin der Bundeswehr, die bis vor kurzem im Cockpit eines Eurofighters saß, zu Gast bei der Firma Winkelmann Technology, die hochwertige Zylinder für Raketenantriebssysteme oder für Flugzeugfahrwerke herstellt und zurzeit einen Produktionsstandort in den USA aufbaut. Wer für Airbus und Boeing produziert, hat per se Interesse, wenn eine deutsche Astronautin am Ende des Jahres 2020 in die kommerzielle Raumfahrt einsteigt und mit der Sojus zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegt.

Fotostrecke: Nicola Baumann

Seit Major Nicola Baumann gemeinsam mit Insa Thiele-Eich unter 400 Bewerberinnen für die Mission ausgesucht worden ist, häufen sich die PR-Termine. „Gestern waren wir bei Airbus“, erzählt Nicola Baumann. Bei diesen Besuchen geht es auch darum, Sponsoren zu gewinnen. Die privat finanzierte Kampagne „Die Astronautin“ kostet samt Auswahl, Ausbildung einschließlich Flug bis zu 50 Millionen Euro.

Wahl-Kölnerin und gebürtige Münchnerin

Das Startkapital kam mittels Crowdfunding zusammen, und die ersten zehn Trainingstage im russischen Kosmonauten-Ausbildungszentrum in Swjosdny Gorodok (Sternenstädtchen), 25 Kilometer nordöstlich von Moskau entfernt, liegen bereits hinter ihr.

Russisch lernt die Wahl-Kölnerin und gebürtige Münchnerin, die im Fernstudium Maschinenbau studierte, auch. Von ihrem Arbeitgeber Bundeswehr ist sie freigestellt für die Astronautinnenausbildung, abkommandiert wie es im Militärjargon korrekt heißt.

Wer von den beiden Frauen am Ende wirklich in die Raumkapsel steigt und den Weltraum fliegt, entscheidet sich erst kurz vor dem Flug. „Es gibt immer einen Backup“, erläutert die angehende Astronautin. „Es könnte ja sein, dass ich mir kurz vorher ein Bein breche.“

Vierzehntägige Mission im Welttraum

Bei der vierzehntägigen Mission im Welttraum erwarten die Astronautin wissenschaftliche Aufgaben. wobei sie vor allem medizinische Fragen reizen. Dabei geht es nicht nur um theoretische Fragen, welche Wirkung zum Beispiel Medikamente unter dem Einfluss der Schwerelosigkeit haben. Sondern auch um rein praktische: Wie funktioniert eine Mund-zu-Mund-Beatmung, die sie bei ihrer Ausbildung als Notfallsanitäterin geübt hat, ohne Schwerkraft?

Nicola Baumann bei Winkelmann: Ahlens Raumfahrt-Mission

 

Fotostrecke: Nicola Baumann fliegt ins All

 

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