Mo., 17.07.2017

Vollsperrung des Bahnhofs trifft Pendler Es fährt kein Zug nach Wuppertal

Diese Güterwagen stehen gestern noch im Bahnhof Wuppertal. Seit gestern ist die Stadt vom „normalen“ Zugverkehr abgetrennt.

Diese Güterwagen stehen gestern noch im Bahnhof Wuppertal. Seit gestern ist die Stadt vom „normalen“ Zugverkehr abgetrennt. Foto: dpa

Wuppertal/Düsseldorf - 

In den gesamten Sommerferien sind zahlreiche Schienenstrecken im Raum Wuppertal gesperrt. Der Grund sind Bauarbeiten. Auch das Münsterland ist betroffen.

Von lnw/fpl

Am ersten Arbeitstag der Bahnsperrung in Wuppertal ist der Ersatzverkehr meist reibungslos angelaufen. „Es läuft eigentlich gut“, sagte ein Bahnsprecher gestern in Düsseldorf. Zahlreiche Busse ersetzten im Pendeltakt den Zugverkehr. Allerdings standen die Fahrzeuge auch im Berufsverkehr im Stau. Pendler berichteten, dass an Bahnhöfen der Stadt vereinzelt Bahnmitarbeiter von sich aus ratsuchenden Reisenden Hilfe anboten.

Wuppertal, die siebtgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen, ist seit Sonntagabend für mehr als sechs Wochen komplett vom Netz der Bahn abgeschnitten. In Nordrhein-Westfalen ist ein solcher gravierender Einschnitt in den Bahnverkehr beispiellos. Grund für den mehr als sechs Wochen langen Stopp ist die Einrichtung eines neuen Stellwerks für 32 Millionen Euro.

Bahnreisende aus dem Münsterland betroffen

An Werktagen müssen täglich Zehntausende Pendler Umwege und längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen. Die sonst auf der Bahnstrecke fahrenden Verkehrsunternehmen bieten 230 Fahrer und 90 Busse auf, um den Zugverkehr zu ersetzen. „Man merkt, dass Ferien sind und deutlich weniger Pendler unterwegs sind“, sagte ein Bahnsprecher. Auch die größeren Arbeitgeber wie zum Beispiel die Bayer AG hatten sich auf die Bahnsperrung vorbereitet. Allein die Hälfte der Mitarbeiter aus dem Bayer Werk pendeln an „normalen“ Arbeitstagen nach Wuppertal.

Als Konsequenz aus einer heftig kritisierten ersten Sperrung in den Osterferien waren gestern deutlich mehr Busse unterwegs. Pendelbusse verbinden Wuppertal unter anderem mit dem etwa 30 Kilometer entfernten Düsseldorf. Bis zu acht Schnellbusse fahren pro Stunde und Richtung. Der Fernverkehr vom Norden und dem Süden mit ICE- und IC-Zügen wird über das Ruhrgebiet umgeleitet. Auch Bahnreisende aus dem Münsterland sind bei ihren Fahrten von der Sperrung in Wuppertal betroffen. Die letzten Züge halten in Wuppertal-Oberbarmen.

Tipps für Reisende

Eine direkte Zug-Verbindung von Münster nach Wuppertal ist aufgrund von Bauarbeiten in den Sommerferien nicht möglich. Der RE7 National Express von Rheine über Münster bis Krefeld fährt nur bis Wuppertal-Oberbarmen und - in der Gegenrichtung - bis Solingen.

Die Deutsche Bahn empfiehlt bis Wuppertal-Oberbarmen zu fahren, um dann auf den Schienenersatzverkehr umzusteigen. Als Ersatz für den RE7 werden Direktbusse eingesetzt, die einmal pro Stunde den Wuppertaler Hauptbahnhof von Solingen und Wuppertal-Oberbarmen ansteuern. Die betroffenen Fernzüge weichen zudem über die Ruhrstrecke aus, mit zusätzlichen Stopps in Düsseldorf.

In Wuppertal selbst bietet sich auch die Schwebebahn als alternative Fortbewegung an. Neben dem verstärkten Personal der Deutschen Bahn auf den Bahnhöfen in Wuppertal, Solingen und Düsseldorf, liefert die DB-Reiseauskunft auf ihrer Internetseite aktuelle Informationen, um Fahrgästen passende Ersatz-Fahrten zu nennen. (Judith Mackel)

Viele Pendler haben mit ihren Arbeitgebern für die Zeit der Bahnpause mehr Heimarbeit vereinbart. Andere haben für ihren Weg zur Arbeit Fahrgemeinschaften gebildet. Am 30. August soll der Schienenverkehr – so ist der Plan – wieder anrollen.

An der ersten Sperrung in den Osterferien hatten Reisende heftig Kritik geübt: Teils mussten Fahrgäste ortsunkundigen Fahrern den Weg zeigen.

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