Di., 18.10.2016

Trauer um Altverleger Rolf Terheyden Ein Streiter für die freie Presse

Rolf Terheyden

Rolf Terheyden

Münsterland - 

Rolf Ter­heyden, Altverleger des ­„Bocholter-Borkener Volksblatts“ und Ehrenmitglied im Präsidium des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), ist tot. Der zeitlebens für die Unabhängigkeit der Presse und den Erhalt der Zeitungs- und Medienlandschaft eintretende Unternehmer verstarb am Samstag im Alter von 90 Jahren.

Von Wolfgang Kleideiter

Die partnerschaftlich in der Zeitungsgruppe Münsterland verbundenen Verlage trauern gemeinsam mit der Familie und den Mitarbeitern des Verlages Temming um eine große Ver­legerpersönlichkeit.

Vier Jahrzehnte, von 1957 bis 1997, hatte Rolf Terheyden das Bocholter Verlagshaus geführt, weiterent­wickelt und für die Zukunft gerüstet. Stets hatte er dabei im Blick, dass die wirtschaftliche Stabilität der Verlage das Fundament einer freien und unabhängigen Presse darstellt. Hier stellte er auch in seiner achtjährigen Amtszeit als BDZV-Präsident von 1984 bis 1992 wichtige Wei chen für die gesamte Branche.

Rolf Terheyden stammte gebürtig aus Osnabrück, studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Würzburg, Bonn und Göttingen. 1957 wurde er Mitglied der Geschäftsführung des Verlags Temming und übernahm bald die Leitung des BBV.

Leidenschaftlich und zielstrebig engagierte er sich ­parallel auf vielen Feldern für die Interessen der Lokal- und Regionalzeitungen. Einen Namen machte sich Rolf Terheyden bundesweit, als er 1984 zum Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger gewählt wurde. Zuvor hatte er bereits im Aufsichtsrat des Verbands Deutscher Lokalzeitungen und im Vorstand des Zeitungsverlegerverbands Nordrhein-Westfalen viele Ideen und Anstöße gegeben. Als BDZV-Präsident lagen ihm zum Beispiel die Heranführung der Jugend an die Zeitung sowie die Aus- und Weiterbildung von Journalisten besonders am Herzen. Folgerichtig wirkte er unter anderem im Kuratorium des Theodor-Wolff-Preises, des angesehensten deutschen Journalistenpreises, mit und war Vorsitzender der Stiftervereinigung der Presse. Er vertrat die Interessen der Zeitungsverleger im ZDF-Fernsehrat und war viele Jahre Mitglied im Präsidium der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Dass Rolf Terheyden da­rüber hinaus sozial und kirchlich engagiert war, trug ebenfalls zur großen Wertschätzung bei, die ihm zeit seines Lebens entgegen­ gebracht wurde. Er war mehrere Jahrzehnte Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und wurde 1992 für seine Verdienste um die deutsche Presse von Bundespräsident von Weizsäcker mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern ausgezeichnet.

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