Mo., 17.10.2016

Landeseinrichtung an der Dornierstraße Notunterkunft hat geschlossen

Verlassen sind die beiden Traglufthallen an der Dornierstraße. Die letzten Flüchtlinge wurden am Montagmorgen mit Bussen abtransportiert. Die Mitarbeiter des DRK verlieren zum Monatsende ihre Anstellung.

Verlassen sind die beiden Traglufthallen an der Dornierstraße. Die letzten Flüchtlinge wurden am Montagmorgen mit Bussen abtransportiert. Die Mitarbeiter des DRK verlieren zum Monatsende ihre Anstellung.

Steinfurt - 

Die Nachricht der Bezirksregierung kam für alle Beteiligten sehr plötzlich: Die Notunterkunft im Gewerbegebiet Sonnenschein wird zu sofort geschlossen.

Von Axel Roll

Die Nachricht der Bezirksregierung kam für alle Beteiligten sehr plötzlich: Die Notunterkunft im Gewerbegebiet Sonnenschein wird sofort geschlossen. Am Montagmorgen wurden die letzten Asylsuchenden mit Bussen nach Rheine gefahren. Dort wurden sie in der Damoup-Kaserne untergebracht, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Jetzt beginnt an der Dornierstraße die Räumung der beiden Traglufthallen, im Anschluss sollen sie sofort abgebaut werden.

„Wir hätten uns schon eine längere Vorlaufzeit gewünscht“, sagte Georg Heflik als Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes auf Anfrage dieser Zeitung. Das Deutsche Rote Kreuz ist für den Betrieb der Notunterkunft verantwortlich und hat das in erster Linie mit kurzfristig eingestellten Mitarbeitern gewährleistet, die alle befristete Verträge unterzeichnet haben. Für sie ist damit zum Monatsende Schluss. Georg Heflik: „Nur einige wenige werden darüber hinaus noch mit der Abwicklung betraut sein.“ Vier vor Ort im Gewerbegebiet, zwei bis drei in der DRK-Verwaltung am Europaring.

Insgesamt hatte das DRK 80 Männer und Frauen angestellt. „Sie waren für die Erstregistrierung am Flughafen Münster/Osnabrück, die zum 15. September aufgegeben wurde, und die Notunterkunft zuständig“, so Georg Heflik. In vielen Fällen seien die Mitarbeiter vorher arbeitslos gewesen. Natürlich seien sie darüber informiert worden, dass ihre Anstellung nur befristet ist. Gleichwohl sei es für viele hart, so schnell ihren Job zu verlieren.

Für die DRK-Angestellten heißt es jetzt, die Traglufthallen leer zu räumen und zu säubern. Im Anschluss werden die Hallen abgebaut.

Auch für die Stadt hat die Aufgabe der Notunterkunft weit reichende Konsequenzen. Wie die Erste Beigeordnete Maria Lindemann erklärte, wird unter diesen Vorzeichen die Nikomedes-Turnhalle weiterhin als Unterkunft dienen müssen. „Wir wissen ja nicht, was kommt“, erläuterte die Dezernentin. So muss Steinfurt in den nächsten Monaten wieder mit der Zuweisung von Flüchtlingen rechnen. Die Anrechnung der Asylsuchenden in der Notunterkunft entfällt logischerweise. So werden die Kontingente für Steinfurt schrittweise wieder angepasst, so die Erste Beigeordnete weiter. Die drei Mitarbeiter der Verwaltung, die bislang vor Ort an der Dornierstraße beschäftigt waren, werden in den normalen Verwaltungsbetrieb wieder eingegliedert.

In den letzten Wochen zählte die Notunterkunft 160 Bewohner. 110 davon haben jetzt in Rheine eine Bleibe gefunden. 40 Flüchtlinge sind direkt in andere Kommunen vermittelt worden. „Aufgrund der langen Zeit, die die Flüchtlinge größtenteils seit April mit den Helfern verbracht haben, kam heute auf beiden Seiten Wehmut auf“, berichtete Maria Lindemann.

Die Bezirksregierung hatte bereits angekündigt, dass die Notunterkunft bis zum Jahresende geschlossen wird. Das Land, so Maria Lindemann, verfolgt das Ziel, diese Einrichtungen zu zentralisieren und sich auf einige Standorte zu beschränken. Warum die Schließung in Steinfurt jetzt relativ kurzfristig kam, beantwortet Thomas Drewitz, Pressesprecher der Bezirksregierung in Münster, mit den Erlassen, die im August und September von der Düsseldorfer Landesregierung kamen. Gerade die Leichtbauhallen, die sehr heiz- und damit kostenintensiv seien, würden so schnell wie möglich geschlossen. Steinfurt sei da kein Einzelfall.

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