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Mi., 14.02.2018

Multimedia Eine neue Sprache innerhalb kurzer Zeit lernen? Kein Problem!

Multimedia: Eine neue Sprache innerhalb kurzer Zeit lernen? Kein Problem!

Foto: Wokandapix / pixabay

Es gibt viele Gründe, eine Fremdsprache zu erlernen. Die einen benötigen die Sprachkenntnisse beruflich, die andere gehen einem Hobby nach, das aus dem entsprechenden Kulturkreis kommt. Und wieder andere wollen sich einfach in einem globalen Umfeld umfassend weiterbilden und sammeln daher Fremdsprachen wie andere Leute Briefmarken ... Ganz egal, aus welchem Grund man eine Fremdsprache erlernen will: Es ist immer mit Mühen und Lernen verbunden.

Verschiedene Arten des Lernens

Generell kann man zwischen zwei Arten von Lernen unterscheiden: Dem Auswendiglernen, das dem reinen Reproduzieren memorierter Fakten dient, und dem komplexen Lernen. Bei letzterem geht es darum, mithilfe der memorierten Fakten Verbindungen zu knüpfen und das daraus generierte Wissen in konkreten Situationen anzuwenden. Das ist ein sehr viel anspruchsvollerer Vorgang und nimmt beim Sprachenlernen am Anfang keine allzu große Rolle ein. Wer eine neue Sprache erlernen will, wird sich erst einmal mit simplem Vokabular und den wichtigsten Phrasen beschäftigen. Erst wenn ein gewisses Grundverständnis vorhanden ist, kann darauf aufbauend Sprachwissen für die freie Verwendung der Fremdsprache auch in nicht alltäglichen und komplexen Situationen vermittelt werden.

Es geht also erst einmal darum, es den Lernwilligen beim Auswendiglernen leicht gemacht wird. Und da haben sich die Anbieter von Sprachkursen so einiges einfallen lassen. Vom reinen Selbstlernkurs mit Sprachbuch und Grammatikteil über Kurse zum Anhören bis hin zu Multimediaangeboten gibt es alles. So werden Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorlieben und Möglichkeiten angesprochen. Und das alles gibt es natürlich analog wie auch digital.

Auf die Ohren, für die Augen, oder doch eher zum Anfassen?

Seit den 1970er Jahren geistert in der Pädagogik wie auch in der Psychologie der Begriff der Lerntypen herum. Menschen lernen auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Während sich die einen Dinge, die sie einmal gesehen oder in einem Buch gelesen haben, für immer merken können, sprechen andere eher auf akustisch vermittelte Inhalte an. Wieder andere Menschen brauchen die Haptik und Motorik, sie lernen besser aus der Bewegung und dem Fühlen heraus. Wieviele unterschiedliche Lerntypen es gibt, ist nicht sicher. Das ursprüngliche Modell Frederic Vester aus dem Jahr 1975 geht von vier Lerntypen aus:

  • der auditive Lerntyp lernt über Gehör
  • der visuelle/optische Lerntyp lernt über den Sehsinn
  • der haptische Lerntyp muss den Tastsinn einsetzen
  • der kognitive Lerntyp will verstehen

Modelle mit fünf, sechs oder mehr unterschiedlichen Lerntypen gehen von dieser Viererbasis aus, unterteilen die unterschiedlichen Lerntypen aber noch weiter. Der große Wert für Pädagogen und Erzieher liegt nun darin, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Lernmaterial so zu präsentieren, dass der Lerntyp optimal angesprochen wird. Das bedeutet für den Sprachunterricht, dass für auditive Lerntypen Audiomaterial,etwa in Form von digitalen Sprachenkursen zum Anhören, zur Verfügung stehen sollte. Visuelle oder optische Lerntypen benötigen Lehrbücher, die mit vielen Bildern und anschaulichen Diagrammen visuell ansprechend die neue Sprache vermitteln. Haptische Lerntypen hingegen müssen zum Handeln und Erkunden der Fremdsprache mit den Händen animiert werden. Und der kognitive Lerntyp benötigt logische Erklärungen, die das neue Sprachwissen sofort verknüpfen lässt.

Kritik aus der Forschung: Nie nachgewiesen

Obwohl Kinder und Jugendliche nun schon seit vielen Jahrzehnten lerntypengerecht lernen, steht der Beweis für dieses Modell noch aus. Die bisher veröffentlichen Studien sind nicht valide, denn sie arbeiteten entweder mit ungenauen Methoden oder erzeugten kein eindeutiges Ergebnis. Es gibt also bislang nur Erfahrungswerte. Und die besagen, dass lerntypengerechtes Lernen dann Sinn macht, wenn es um Auswendiglernen geht. Grammatikregeln, Satzstrukturen und reines Vokabelpauken ist also mit lerntypengerechtem Material durchaus sinnvoll. Für komplexes Lernen liegen aber gegenteilige Ergebnisse vor: Hier ist die Einteilung in Lerntypen eher kontraproduktiv.

Bild: Wokandapix / pixabay

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