Tobias Focke drehte Film über Missbrauch
Premiere mit BVB-Stars

Dülmen. Und Action! Die letzte Klappe ist gefallen! Seit Januar drehte der Dülmener Tobias Focke zusammen mit anderen Studenten den Kurzfilm „Nur neun Jahre Glück“, den der Student für Medienproduktion als Abschlussarbeit an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe einreichen möchte. Jetzt ist der Film, der sich mit dem Thema Kindesmissbrauch befasst, im Kasten. Am Sonntag feierte es im Dortmunder U Premiere.

Montag, 12.11.2012, 17:51 Uhr

BVB-Torhüter Roman Weidenfeller, der sich beim Netzwerk Roter Keil engagiert, informierte sich bei Regisseur Tobias Focke über das Filmprojekt.
BVB-Torhüter Roman Weidenfeller, der sich beim Netzwerk Roter Keil engagiert, informierte sich bei Regisseur Tobias Focke über das Filmprojekt. Foto: Privat

„Es ist schon ziemlich harter Stoff“, sagt Focke, der das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat. Die Handlung beruht auf wahren Begebenheiten. Es ist die Geschichte von Daniel René Hartmann, der dem Filmteam seine Erinnerungen in Buchform zu Verfügung stellte. Die Geschichte handelt von einem Jungen aus Berlin, der von dem Hausmeister seiner Schule sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen wird.

Um der ernsten Thematik gerecht zu werden, investierten die jungen Filmemacher viel Arbeit in den 15-minütigen Streifen. Dabei nahm die meiste Zeit, die Vorbereitung für den Dreh in Anspruch: „Wir haben in Lemgo ein ganzes Haus renoviert, das wir als Drehort benutzt haben“, berichtet Focke. „Die Suche nach den richtigen Schauspielern hat auch etwas länger gedauert. Außerdem spielt die Handlung in den 90er-Jahren. Wir mussten also Kostüme und Ausstattung an die Zeit anpassen.“ Der eigentliche Dreh dauerte nur neun Tage.

Trotz des aufwühlenden Themas hatten Schauspieler und das Team hinter den Kameras eine Menge Spaß bei der Arbeit: „Die Atmosphäre am Set darf unter so einem Thema nicht leiden. Während des Drehs waren alle hoch konzentriert, aber in den Pausen war die Stimmung sehr locker und ausgelassen“, erinnert sich der Regisseur.
Zur Premiere im Dortmunder U konnte der Dülmener und sein Filmteam sich nun über prominente Gäste freuen. So waren die beiden BVB-Profis Roman Weidenfeller und Sebastian Kehl gekommen. Organisiert wurde die Uraufführung vom Netzwerk Roter Keil, das sich der Bekämpfung von Kinderprostitution und Kinderpornografie verschrieben hat. Torwart und Kapitän des Deutschen Meisters engagieren sich für das Netzwerk.

Nach der Premiere soll der Film „Nur neun Jahre Glück“ auch auf anderen Plattformen zu sehen sein. „Man wird ihn im Internet anschauen können, und ich hoffe, dass wir die Möglichkeit bekommen, den Film auch im TV auszustrahlen“, wünscht sich Focke.

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