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Mo., 10.06.2013

Tanztheater Dülmen begeistert im Konzert Theater Coesfeld Verloren im Kosmos der Träume

Tanztheater Dülmen begeistert im Konzert Theater Coesfeld : Verloren im Kosmos der Träume

Im „Morgenspaß“ endet ein fantasievoller Ballettabend, bei dem das TanDü sein Publikum ins Reich der Träume entführte, mit einer bunten und wilden Kissenschlacht. Foto: Hoffmann

Dülmen/Coesfeld. Was läuft in uns ab, wenn wir träumen? „Wohin die Straße deiner Träume führt, erfährst du, wenn du ihr folgst“, so lautet der Untertitel eines Ballettabends, der sich ganz im Kosmos der Träume verliert.

Von Ursula Hoffmann

Die Traumphase des Schlafes, „REM“ (Rapid Eye Movement) gibt den Choreografien der Tänzerinnen des Dülmener Tanztheaters TanDü und des Clemens-Brentano-Gymnasiums einen lockeren Rahmen, um die verschiedensten Traumsequenzen aus dem Unterbewussten ins Licht der Scheinwerfer zu tauchen. Und was die Gruppe um Choreografin Antje Leushacke-Berning sich da hat einfallen lassen, das ist ein echtes Fest für die Sinne.

Ein Mädchen schlüpft als Schattenriss hinter einer weißen Wand ins Bett. Ihre Gedanken beschäftigen sich mit der vielfältigen Welt der Insekten, und während sie in den Schlaf gleitet, bevölkern die Gestalten ihres „Traumgartens“ die Bühne. Skurrile Insekten, schillernde Falter, eine bunt bestrumpfte, mit den Füßen zappelnde Raupe oder fluoreszierende Käfer entführen fantasievoll und prächtig kostümiert in ineinanderfließenden Choreografien in die Tiefen des Unterbewussten. Schöne Bilder, die auch die Fantasie des bunt gemischten Publikums anregen.

Wie eine Klammer hält das schlafende Mädchen die insgesamt sieben Traum-Themen zusammen. „Gefangen“ im Albtraum findet sie sich zwischen Gestalten mit weißen Masken wieder, die sie in einem Stocktanz in ihre Schranken weisen. Glockenhelle Klänge drängen die bedrohlichen Schatten schließlich zurück. Im „Mädchentraum“ geht es darum, einmal im Mittelpunkt zu stehen, als Berühmtheit herauszuragen aus der anonymisierten Menge.

Mal zu Techno, mal zu romantischen Popsongs, mal zu klassischer Musik wie im „Wolkenballett“, bei dem sich die Tänzerinnen wie Wolken über sich spielerisch und mit schwebender Leichtigkeit wiegen und drehen, loten die Choreografien immer neue Traumgebilde aus.

Was dem jungen Ensemble - die Mädchen sind zwischen zwölf und 20 Jahren alt - an technischen Voraussetzungen im tänzerischen Bereich fehlt, gleichen sie aus durch Begeisterung, Ideenreichtum und Bühnenpräsenz. Zusammen mit den farbenfrohen und, wie bei der Choreografie „Paradies“, sehr aufwendig gestalteten Kostümen, bereiten sie dem Publikum damit einen abwechslungsreichen und begeisternden Abend. Schön auch das Thema „Geht doch“, bei dem sie sich Gedanken machen über alle möglichen Arten der Fortbewegung, die sie bunt und witzig zum stampfenden Rhythmus der Musik ausführen. Oder die Möglichkeit im Traum fliegen zu können - eine Tänzerin wird in die Luft gezogen und vollbringt, gehalten von unsichtbaren Händen, scheinbar schwerelose Bewegungen.

Der Abend endet – wie kann es anders sein mit dem „Morgenspaß“, einem witzigen Kopfkissenballett, das ein vergnügtes Wachwerden zeigt und natürlich in einer Kissenschlacht endet. Begeisterter Applaus ist der Dank für den mitreißenden Abend.

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