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Do., 30.08.2012

Schach Ein gerechter Sport

Schach : Ein gerechter Sport

Georg Fromme ist leidenschaftlicher Schachspieler. Ihm gefällt vor allem, dass Zufall und Glück kaum eine Rolle spielen, sondern die eigenen Fähigkeiten für Sieg oder Niederlage verantwortlich sind. Foto: Bickhove

Rorup. „Zum Schach bin ich ganz zufällig gekommen. Mein Vater und ich haben einige Partien gespielt, dann bin ich einmal zum Schachtraining des TV Dülmen gegangen und daraus ist etwas Langfristiges geworden“, erzählt Georg Fromme. Seine ersten Züge liegen sieben Jahre zurück. Am Spiel fasziniere ihn immer noch, dass es nicht so hektisch wie viele andere Sportarten sei, man werde von nichts gedrängt. Zudem sei Schach ein einsteigerfreundlicher Sport.

Von Lukas Bickhove

„Man merkt schnell, wie man sich verbessert, also die eine oder andere Eröffnung spielen kann und Situationen besser einzuschätzen lernt“, erklärt der Roruper. Schach sei zudem im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten gerecht. „Wenn etwas nicht funktioniert, dann, weil man einen Fehler gemacht hat, zum Beispiel eine Falle des Gegners übersehen hat. Genauso sind die eigenen Fähigkeiten dann für einen Sieg verantwortlich. Glück und Zufall gibt es kaum im Schach“, sagt Fromme.

Um ein guter Schachspieler zu sein, bedarf es wenig. „Das Wichtigste ist der Spaß. Wenn es einen interessiert, kommt durch Training der Erfolg von alleine“, sagt der Hobbyspieler. Viele Klischees, die es über Schachspieler gibt, seien nicht wahr. „Wenn man Bilder von Schachtunieren im Fernsehen sieht, ist immer alles angespannt. Dabei ist die Atmosphäre total locker und freundschaftlich“, betont der 18-Jährige. Einmal in der Woche trainiert Fromme mit seiner Mannschaft, um für die Wettkämpfe, die bis zu sechs Stunden dauern können, mental und taktisch gerüstet zu sein. Eine Mannschaft besteht aus sechs Spielern, die nach ihrer Spielstärke von eins bis sechs geordnet sind.

Wenn zwei Mannschaften aufeinandertreffen, spielen jeweils gleich starke Kontrahenten gegeneinander. Für einen Sieg gibt es drei, für ein Unentschieden zwei und für eine Niederlage einen Punkt. „Man muss die Gesamtpunktzahl immer im Auge haben, denn es ist möglich, dass die Mannschaft für den Sieg zwei Punkte benötigt und die eigene Partie aussichtslos erscheint. In einer solchen Situation muss man trotzdem weiter spielen und hoffen, dass der Gegner einen Fehler macht“, erklärt der U20-Spieler. Einmal habe er bei einem großen Turnier in der Halle Münsterland in Münster teilgenommen. Spieler aller Altersklassen traten gegeneinander an. „In sechs Spielen habe ich einen Sieg, eine Niederlage und vier Unentschieden erspielt. Das war in Ordnung für mich“, erinnert sich Fromme.

Seinen Spielstil beschreibt der Schachanhänger aus Rorup als defensiv, aber wenn sich eine gute Gelegenheit biete, nutze er diese auch voll aus. So war es ihm möglich, die vergangene Saison ungeschlagen zu bestreiten. „Bis auf das letzte Spiel. Mir war meine Bilanz gar nicht bewusst, bis mich mein Gegenspieler vor der Partie darauf hinwies. Wie es das Schicksal wollte, habe ich ausgerechnet das letzte Saisonspiel dann verloren“, sagt Georg Fromme schmunzelnd. Man habe auf seinem Spielniveau auch keinen Vorteil den Gegner zu kennen, zu undifferenziert sei das vorhandene Spielrepertoire. „Wenn ich gegen jemanden aus meiner Mannschaft spiele, hat man natürlich kleine Vorteile, weil man sich schon Jahre kennt, aber ansonsten nicht“, erklärt der Stratege. Schach gehe in der öffentlichen Wahrnehmung zu Unrecht oft unter.

„Ich verfolge auch nicht jede Weltmeisterschaft, aber die Schachrätsel wie man sie aus Zeitungen kennt nach dem Muster Schwarz gewinnt in drei Zügen, löse ich regelmäßig“, sagt Georg Fromme.

Mehr Schachspieler in Dülmen seien wünschenswert. „Obwohl wir gute Voraussetzungen haben mit einem guten Verein, qualifizierten Trainern und netten Mitspielern, mangelt es uns an Nachwuchs. Schach ist toll, man darf sich nicht von den Klischees und Vorurteilen abschrecken lassen“, betont der Schüler.

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