Australien
Vom Pflücker zum Inselerkunder

Dülmen. „Bei 35 Grad in der Sonne Melonen vom Boden aufzulesen, ist nicht gerade ein Traumberuf“, sagt Max Watermann. Der 20-Jährige Dülmener weiß, wovon er spricht. Denn er hat diesen Job über mehrere Monate lang in Australien gehabt. „Die Arbeit als Farmhelfer, die ich mir damals besorgt hatte, war echt hart“, erinnert sich Max, der elf Monate lang down under unterwegs war.

Dienstag, 11.09.2012, 09:03 Uhr

Australien : Vom Pflücker zum Inselerkunder
Max Watermann (großes Bild, M.) arbeitete während seiner Australien-Reise unter anderem als Melonenpflücker. Von seinen Erlebnissen down under berichtete er in Dülmen Neuntklässlern des Annette-Gymnasiums. Foto: privat/Grosche

Seine Reise startete der frischgebackene Abiturient in Sydney. Nach dem ausgiebigen Erkunden der Stadt und dem Schließen einiger Freundschaften im Hostel, legte er sich einen Job zu. Die Reisekasse musste erst einmal aufgebessert werden, um dann die Reise durch das zwar sehr schöne, aber auch teure Australien anzutreten.

Nach zwei Monaten Knochenarbeit als Dachdecker in Manly, einem Stadtteil von Sydney, war es dann so weit. Mit dem billig gekauften Gebrauchtwagen und ein paar neuen Freunden im Schlepptau ging es die Ostküste entlang. Auf dem Plan standen Surfers Paradise, Byron Bay, ein paar verlassene Strände und ein kurzer Abstecher nach Brisbane. Wie es allerdings beim Backpacking so ist, berichtet Max, „ändern sich Pläne ständig“. Und so wurde aus einem kurzen Brisbane-Abstecher mehrere Monate.

Als das Geld dann wieder knapp wurde, zog es Max auf eine Farm, auf der er weitere zwei Monate größtenteils mit Traktorfahrten und eben Melonenaufsammeln verbrachte. Das dort gemachte Geld wurde gut investiert: in eine Segeltour durch die Whitsunday Islands und einen Abstecher mit dem Jeep auf die größtenteils aus Sand bestehende Insel Fraser Island.

Seine Erfahrungen vom Reisen auf den fünften Kontinent teilt Max Watermann, der mittlerweile wieder in Dülmen ist, nun mit den Schülern seines ehemaligen Gymnasiums. In zwei neunten Klassen des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums war er bereits zu Besuch. „Mir ist es wichtig, dass Schüler die Motivation bekommen, ein Jahr aus Deutschland rauszukommen. Man sollte auch mal eine andere Lebensweise und Kultur kennenlernen, um die eigene bewusster wahrzunehmen und auch infrage stellen zu können“, erläutert Max. Dabei verschweigt er nicht die Schattenseiten des Backpacker-Daseins. Etwa den Knochenjob auf dem Melonenfeld. „Zudem hat man immer wieder Sorgen um das Auto, einen vernünftigen Schlafplatz und das immer wieder knapp werdende Geld. Natürlich vermisst man auch mal Freunde und Familie. Dadurch kann einem zeitweise die Lust vergehen.“

Nach seiner Reise studiert Max nun international Management an der FOM (Hochschule für Ökonomie und Management) in Essen. Doch Australien wird er nicht so schnell vergessen. „Ich bin heute noch dankbar und froh, dass ich eine derartige Reise angetreten bin“, betont er.

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