DGB kritisiert mangelnden Arbeitsschutz in den Tower Barracks
Sorge um Umwelt und Gesundheit

Dülmen. Der DGB-Kreisvorsitzende, Ortwin Bickhove-Swiderski, ist sauer: „Spätestens nach dem DZ-Bericht hätte ich angenommen, dass die Dülmener Verwaltungsspitze und die Politik sich mit den schweren Verstößen gegen den Arbeitsschutz in den Tower Barracks befassen.“

Freitag, 13.07.2018, 19:10 Uhr

DGB kritisiert mangelnden Arbeitsschutz in den Tower Barracks: Sorge um Umwelt und Gesundheit
In diesen Holzkisten befanden sich Elektroverteiler, die mit giftigem Cadmium-Staub belastet gewesen sein sollen. Foto: privat

Bickhove-Swiderski weiß von Beschäftigten, die über unzumutbare Arbeitsbedingungen in den Lackier-Zelten berichten. Keine Abluft, unzureichender Atemschutz, keine Pausen, stundenlanger Kontakt mit einer undefinierten weißen Staubschicht. Inzwischen ist die Lackiererei laut DGB allerdings nach Mannheim ausgelagert worden.

Und die Gewerkschaft hat, wie die DZ auch, erfahren, dass die mit Cadmium belasteten Holzkisten unter freiem Himmel gelagert wurden. „Das Cadmium ist somit in die Luft und ins Grundwasser eingedrungen“, befürchtet Bickhove-Swiderski.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund stellt klare Forderungen, um die Arbeitsbedingungen für die bei der Army beschäftigten Menschen zu verbessern:

Das Amt für Arbeitsschutz muss deutsches Arbeitsrecht und deutschen Gesundheitsschutz durchsetzen.

Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann und die Bezirksregierung Münster müssen sich unverzüglich mit dem Thema befassen.

Alle Mitarbeiter müssen sofort medizinisch untersucht werden.

Alle Inspektionsberichte müssen öffentlich gemacht werden.

Sollte weiterhin nichts geschehen, will der DGB nötigenfalls die Staatsanwaltschaft einschalten und den Petitionsausschuss des Landes NRW anrufen.

Inzwischen hat auch die US Army auf den DZ-Bericht reagiert. „Wir werden diese Vorwürfe umfassend aufklären. Es gelten auf unseren Stützpunkten stets die strengsten Arbeitsschutzregeln, also entweder die US-amerikanischen oder die des Gastlandes“, erklärt eine Sprecherin. Zu den konkreten Fragen werde die Army in Kürze Stellung nehmen.

Mehr zum Thema in der Printausgabe und dem E-Paper der DZ am Samstag.

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