Tipps vom Förster
„Auf keinen Fall selbst dem Tier helfen“

Hausdülmen (iw/vs). Ein Jäger und zwei Polizeibeamte hatten am Montag alle Hände voll zu tun, als ein rund 60 Kilo schwerer Damhirsch aus einem Stacheldraht am Linnert befreit werden musste. Greifzangen und eine Menge Kraftarbeit waren nötig, um dem Tier aus seiner Notlage herauszuhelfen.

Mittwoch, 14.03.2018, 18:30 Uhr

Tipps vom Förster : „Auf keinen Fall selbst dem Tier helfen“
Hirsche können ihren Helfern durchaus gefährlich werden. Foto: dpa

Ein Spaziergänger hatte den Hirsch bereits am Freitag entdeckt. Dachte jedoch zunächst, dass das Tier sich aus eigener Kraft würde befreien können. Und so meldete er die Sache erst am Montag, als der Hirsch immer noch im Zaun steckte. „Bei so einer Situation sollte man immer sofort reagieren und die Polizei rufen“, erklärt Förster Thomas Rövekamp. Die könne sich dann mit der Jagdaufsicht in Verbindung setzen. „Auf keinen Fall darf man versuchen, das Tier selbst zu befreien. Es würde sich heftig zur Wehr setzen“. Bei Hirschen sei unter anderem mit Hufausschlag, Beißen und anderen wilden Bewegungen zu rechnen. „Ich selbst habe im Wildpark mal einen unserer Hirsche aus einem Zaun befreien müssen“, erinnert sich Rövekamp. Und er musste das kräftige Tier zu Boden drücken, um nicht Gefahr zu laufen, sich zu verletzen. „Das kann nur ein Fachmann“, betont Rövekamp.

Auch wenn der Hirsch vier Tage ohne Nahrung und Wasser geblieben sei, wäre das vermutlich für den Gesundheitszustand des Tieres kein großes Problem: „Im Winter müssen die Tiere häufig mehrere Tage ohne Nahrung auskommen.“ Und zum Glück habe es am Dienstag geregnet. „Wäre es Sommer, hätte das Tier bereits nach zwei Tagen den Hitzetod sterben können.“

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