Ostdamm 200
Kein Ausweg aus dem Notquartier

Dülmen. Aufgrund einer Anfrage der Ratsfraktion Die Linke äußerte sich Sozialdezernent Christoph Noelke im Hauptausschuss noch einmal ausführlich zu den Lebensbedingungen in der Container-Obdachlosenunterkunft am Ostdamm 200.

Donnerstag, 08.03.2018, 19:09 Uhr

Kein geeigneter Platz zum dauerhaften Wohnen: Die Obdachlosenunterkünfte am Ostdamm 200.
Kein geeigneter Platz zum dauerhaften Wohnen: Die Obdachlosenunterkünfte am Ostdamm 200. Foto: mm

„Es handelt sich bei den 1993 erbauten Containern nicht um Ersatzwohnungen, sondern lediglich um Unterkünfte zur direkten Gefahrenabwehr, welche Menschen in persönlichen Notlagen schützen sollen.“ Für diese Art von Quartieren gebe es keine hohen gesetzlichen Anforderungen bezüglich Mindestgröße, Ausstattung oder Personenzahl. „Und daran gemessen ist die Ausstattung in Dülmen noch deutlich besser als der Mindeststandard“, betont Noelke.

Dass aber die Dülmener Notquartiere in ihrer Qualität zugleich deutlich unter den Anforderungen des sozialen Wohnungsbaus liegen, räumte er ein. In den Containern lebten derzeit ausschließlich Männer, es gebe aber auch die Möglichkeit, Familien oder Frauen dort unterzubringen.
Auf Anfrage der Dülmener Zeitung ergänzte die Stadtverwaltung, dass die Stadt den Menschen schon im Vorfeld einer drohenden Obdachlosigkeit mit Hilfsangeboten zur Seite stehe, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Aber auch den Bewohnern am Ostdamm werde Hilfe zuteil: „Bei der Suche nach einer Alternative bietet die Stadt den Bewohnern Unterstützung an und vermittelt etwa den Kontakt zu Verbänden wie der Caritas oder zu Hilfsprojekten“, versichert André Siemes von der Pressestelle der Stadt Dülmen. Sofern Menschen dort tatsächlich mehrere Jahre lebten, handele es sich nach seiner Kenntnis „um Einzelfälle“.

Bei einem Ortstermin erfuhr die DZ, dass mindestens vier der aktuellen Bewohner schon seit mehreren Jahren am Ostdamm einquartiert sind.

(Weitere Berichterstattung zum Thema, mit Antworten des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes lesen Sie in der Freitags-Printausgabe der Dülmener Zeitung sowie im E-Paper.)

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