Gespräch mit der Gleichstellungsbeauftragten
Selbstbewusster sein!

Dülmen. Der Donnerstag, 8. März, ist der Weltfrauentag - ein Tag, in dem es historisch vor allem um die politischen Rechte von Frauen geht. In den letzten Wochen hat das Thema Gewalt gegen Frauen im Beruf - ausgelöst von der Me-too-Debatte - die öffentliche Diskussion beherrscht. Claudia Marcy, Redakteurin der DZ, sprach darüber mit der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Lisa Bäther.

Dienstag, 06.03.2018, 18:20 Uhr

Gespräch mit der Gleichstellungsbeauftragten: Selbstbewusster sein!
Lisa Bäther ist die städtische Gleichstellungsbeauftragte. Sie begrüßt die Debatte über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, weil dort Dinge zur Sprache kommen, die lange verschwiegen wurden. Foto: Marcy

Durch die #metoo-Debatte erfährt das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz gerade große Aufmerksamkeit. Begrüßen Sie das?
Lisa Bäther: Ich finde die Debatte gut. Denn es kommt ein Thema zur Sprache, über das man vor - sagen wir mal 30 Jahren - noch gar nicht sprechen konnte. Da galt vieles wie etwa zweideutige Bemerkungen oder „zufällige“ Berührungen doch eher als Kavaliersdelikt.

Haben sich bei Ihnen Frauen aus der Bürgerschaft oder der Verwaltung gemeldet, die Grenzverletzungen im Job erfahren haben?
Bäther: Nein. Aber ich weiß auch nicht, ob eine betroffene Bürgerin - in der Mehrzahl sind es ja Frauen - sich als erstes an die städtische Gleichstellungsbeauftragte wendet. Sie wird eher eine Kollegin oder eine andere nahe Person ins Vertrauen ziehen, mit der sie die Sache bespricht. Was ist mir da passiert? Wie habe ich mich gefühlt? Wie kann ich Grenzen setzen? Wie geht es weiter - was ist jetzt gut für mich? Einen sexuellen Übergriff öffentlich zu machen, das hat ja Konsequenzen. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu schützen - auch wenn Vorgesetzte oder Kunden übergriffig geworden sind. Er soll den Vorfall aufklären und kann die übergriffig gewordene Person abmahnen oder etwa bei Kunden ein Hausverbot aussprechen.

Aber grundsätzlich wären Sie in solchen Fällen schon die richtige Ansprechpartnerin in Verwaltung wie Bürgerschaft?
Bäther: Ja. Aber auch der Personal- oder Betriebsrat eines Unternehmens kann angesprochen werden oder eine andere vertrauensvolle Person.

Daneben äußert sich Lisa Bäther zum Thema Frauen in Führungspositionen. Das gesamte Interview lesen Sie in der DZ-Ausgabe von Mittwoch, Print und E-Paper

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5572007?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819647%2F
Nachrichten-Ticker