Do., 11.01.2018

Letzte Seniorenheim-Bewohner können gegen 3 Uhr zurückkehren Ausschlafen nach Großeinsatz

Letzte Seniorenheim-Bewohner können gegen 3 Uhr zurückkehren: Ausschlafen nach Großeinsatz

Die Kampfmittelbeseitiger um Horst Schöwe von der Bezirksregierung Arnsberg entschärften das Weltkriegsrelikt per Fernzündung. Foto: Polizei

Dülmen. Am Freitagvormittag war es ungewöhnlich ruhig im Haus am Park. Viele Bewohner der Senioreneinrichtung seien zwar zum Frühstück gekommen, hätten sich danach aber wieder ins Bett gelegt, berichtet Mitarbeiterin Katharina Weßling. Denn hinter Senioren - und Mitarbeitern - lagen anstrengende Stunden: kurzfristige Evakuierung am Donnerstagnachmittag, dann das lange Warten in der Aula des Schulzentrums, bis gegen 0.40 Uhr die Entwarnung kam: Die Kampfmittelbeseitiger um Horst Schöwe konnten den Blindgänger, den Grund für all das, per Fernzündung erfolgreich entschärfen.

Von Kristina Kerstan

Das fünf Zentner schwere Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg war im Zuge von geplanten Kanalarbeiten an der Ecke Kapellenweg/An den Silberwiesen entdeckt worden und musste, da sie sich praktisch direkt an der Oberfläche befand und bereits von einer Baggerschaufel berührt worden war, sofort entschärft werden (DZ berichtete). Gegen 18.30 Uhr startete die Evakuierung, ein 250-Meter-Radius um den Fundort musste geräumt werden, darunter das Haus am Park und das Heilig-Geist-Stift.

„Es war gut, dass wir bereits einen Plan für diesen Bereich hatten“, erläutert Stadtsprecherin Nina Wischeloh. Denn erst Mitte November wurde hier ebenfalls ein Blindgänger entschärft - allerdings mit mehr Vorlaufzeit für die Betroffenen. „Aber wir hatten so schon etwas Erfahrung“, berichtet Katharina Weßling vom Haus am Park, dass der Ablauf diesmal erneut gut geklappt hätte. Sofort als nach 16 Uhr die Nachricht der anstehenden Evakuierung eintraf, wurde schnell alles verfügbare Personal zusammengetrommelt. 63 Bewohner mussten die Einrichtung verlassen, mit Bussen oder im Rollstuhl ging es zum Schulzentrum. Rettungswagen brachten die 15 bettlägerigen Senioren ebenfalls zur Aula, wo Feldbetten aufgestellt worden waren. Für sie konnten so kurzfristig diesmal keine Plätze in anderen Einrichtungen organisiert werden. „Eine Dame, der es sehr schlecht ging, wurde zudem ins Krankenhaus gebracht“, berichtet Weßling. „Gegen drei Uhr nachts waren alle dann wieder hier.“

Wie das Heilig-Geist-Stift die Evakuierung erlebt hat und wie die Bilanz der Einsatzleitung aussieht, das finden Sie in der DZ-Ausgabe von Samstag, Print und E-Paper.

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