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Mi., 11.10.2017

Diskussion um IGZ-Projekt Weiterbauen um jeden Preis

Diskussion um IGZ-Projekt: Weiterbauen um jeden Preis

Noch ist außer einer Baugrube zwischen Rathaus und Viktor-Kirche nicht viel vom IGZ zu sehen. Foto: Michalak

Dülmen. Das als Leuchtturm-Projekt der Regionale 2016 gestartete Intergenerative Zentrum (IGZ), ein Begegnungsraum der Generationen, treibt der Lokalpolitik inzwischen deutlich weniger Lach- als immer mehr Sorgenfalten in die Gesichter.

Von Markus Michalak

Die Zustimmung im Hauptausschuss zu dem millionenschweren Bauvorhaben bröckelt deutlich, FDP und Links-Fraktion raten inzwischen dringend zum Ausstieg, und auch unter den SPD-Ratsherren sowie den Grünen gibt es nunmehr Mandatsträger, die sich vom IGZ verabschieden wollen.

Ralf Schmidt (FDP) begründete das „Nein“ der Liberalen mit einer Kostensteigerung des städtischen Anteils um fast 30 Prozent. „Wir haben den ursprünglichen städtischen Kosten in Höhe von 4,05 Millionen Euro zugestimmt, die 1,15 Millionen Euro Steigerung tragen wir allerdings nicht mehr mit.“ Insbesondere sei überhaupt nicht absehbar, ob nicht bis zum Abschluss des Projektes weitere Millionen Euro zusätzlich in das Gemeinschaftsprojekt von Kirchengemeinde St. Viktor, WSG und Stadt Dülmen gepumpt werden müssten. Ein Glasdach, das allein eine Million Euro kosten soll, hält die FDP für stark übertrieben.

Dieses, unterstrich jedoch Willi Wessels (CDU), stehe als wesentlicher Bestandteil des Bauwerks für seine Fraktion nicht zur Diskussion. Diesem Befund schloss sich auch Florian Kübber von den Grünen an.

Wessels bedauerte die Kostensteigerungen, die jedoch in erster Linie der Baukonjunktur und nicht planerischen Mängeln geschuldet seien. Die archäologischen Ausgrabungen zogen sich ebenfalls länger hin als vorgesehen. „Wir brauchen für die weitere Planung jetzt aber unbedingt Kostensicherheit“, forderte er dringend dazu auf, weitere Steigerungen nicht zuzulassen. Diese Sicherheit vermochten allerdings weder Bürgermeisterin Lisa Stremlau noch Stadtbaurat Clemens A. Leushacke für das laufende Bauprojekt zu garantieren.

Bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte am Ende doch noch eine große Ausschussmehrheit dafür, den Bau des IGZ trotz Kostensteigerung weiter voranzutreiben. Florian Kübber forderte, nun auch zügig mit dem Bau zu beginnen.

Die DZ bittet ihre Leser, am Montag, 16. Oktober, von 18 bis 19 Uhr, telefonisch ihre Meinung zum Bauvorhaben zu äußern. Welche Telefone am Abend mit welchen Redakteuren besetzt sind, wird in der Montagsausgabe veröffentlicht.

Mehr zum Thema sowie ein Kommentar  in der DZ-Printausgabe und dem E-Paper am Donnerstag.

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