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Do., 10.08.2017

Baumpfleger aus Buldern Arbeitsplatz in den Kronen

Baumpfleger aus Buldern : Arbeitsplatz in den Kronen

Hoch oben in den Kronen der Bäume ist in der Regel der Arbeitsplatz von Manuel Schuster. Der 33-jährige Bulderaner arbeitet als Baumpfleger. Foto: Kerstan

Buldern. Sein Arbeitsplatz sind die Bäume. Hoch oben, in den Kronen, bewegt sich Manuel Schuster sicher von Ast zu Ast. Natürlich nicht hollywoodmäßig wie Tarzan an der Liane. Sondern gut gesichert am Seil, mit breitem Klettergurt um die Hüften und Helm auf dem Kopf. Denn Manuel Schuster ist von Beruf kletternder Baumpfleger.

Von Kristina Kerstan

Bereits als Kind liebte der Bulderaner es, auf Bäume zu steigen. Später war er häufig im Urlaub in den Bergen, zum Klettern und Wandern. Jetzt, mit 33 Jahren, hat er sich mit seinem Unternehmen MS Baumpflege selbstständig gemacht - und erklimmt jetzt beruflich die Bäume. Häufig, um dort abgestorbenes Holz herunterzuholen. Oder um ein Exemplar zu beschneiden oder die Krone zu pflegen. Manchmal auch, vor allem im Winter, um einen Baum zu fällen. Vor allem für Privatleute, Firmenkunden und Kirchengemeinden (darunter auch die in Buldern) ist Schuster tätig, der in seinem zertifizierten Fachbetrieb auch Baumpfleger ausbildet.

Gebürtig kommt Manuel Schuster aus Bünde im Kreis Herford. „Ich habe mein Leben lang immer mit Garten, Bäumen und Pflege zu tun gehabt“, berichtet er. Nach seinem Abitur machte er eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Dem schloss sich von 2006 bis 2009 ein Bachelor-Studium in Arboristik an der Uni Göttingen an, einem deutschlandweit einmaligen Studiengang, den es erst seit 2003 gibt. Dort gab es auch einen Lehrgang Seilklettern - Manuel Schuster hatte seinen Traumberuf gefunden.

Seit zwei Jahren lebt Manuel Schuster mit seiner Familie in Buldern. Im großen heimischen Garten demonstriert er, wie seine tägliche Arbeit aussieht. So visiert er eine Astgabel an, hoch oben im Magnolienbaum. „Mit dem Ankerpunkt steht und fällt alles.“ Gleich im ersten Versuch wirft Schuster gekonnt die Leine mit dem kleinen 250-Gramm-Säckchen am Ende über die Äste. Daran zieht er erst sein braunes Aufstiegseil hoch, dann das blaue Arbeitsseil. Dazu kommt ein Kambiumschutz. „Das Kambium ist das lebendige Zellgewebe unter der Rinde“, erläutert der Baumpfleger, während er Helm und Arbeitsgurt anlegt. Keine drei Minuten später ist er hoch oben in der Krone, in mehreren Metern Höhe. „Grundvoraussetzung ist keine Höhenangst“, sagt der Bulderaner über seinen körperlich anstrengenden Beruf.

Mehr zum Thema in der Printausgabe und dem E-Paper der DZ am Freitag.

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