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Do., 20.04.2017

Journalismus-AG Adoptionskind aus dem Tierheim

Journalismus-AG : Adoptionskind aus dem Tierheim

Mit dem Journalismus beschäftigt sich eine AG am Clemens-Brentano-Gymnasium. Foto: Marcy

Dülmen. „Och, ist der niedlich!“ Mit diesen Sätzen werden die Tierpfleger im Tierheim Coesfeld, Dülmen und Umgebung oft konfrontiert. Das Tierheim liegt ein wenig versteckt zwischen Dülmen und Lette. Dort leben momentan rund 20 Hunde. Wie werden sie vermittelt? Anni Bülter und Lilly Froning haben bei Isabelle Heid, stellvertretender Leiterin des Tierheims, nachgefragt:

Frau Heid, wie viele Tiere gibt es zurzeit im Tierheim?

Isabelle Heid: Im Tierheim gibt es rund 60 Tiere, darunter 20 Katzen, fast 20 Hunde und neun Kaninchen. Im Sommer sind es auch schnell über 100 und mehr Katzen.

Warum werden Hunde bei Ihnen abgegeben?

Heid: Hunde werden meistens abgegeben, weil die Besitzer sich nicht mehr um die Tiere kümmern können oder wollen. Viele Hunde werden auch abgegeben, weil die Besitzer mit den Tieren nicht mehr klarkommen. Manchmal werden die Hunde auch einfach gefunden und nicht abgeholt, aber das kommt im Gegensatz zu den Katzen eher selten vor.

Was passiert im Tierheim mit den Hunden?

Heid: Erstmal kommen sie in die Quarantäne. Dann werden sie untersucht, bei Bedarf gechippt und/oder kastriert. Nach 14 Tagen dürfen sie dann, wenn sie keine Krankheiten haben, in die Vermittlungszwinger.

Wie läuft eine Hundevermittlung ab?

Heid: Die möglichen neuen Besitzer müssen mit dem Hund dreimal spazieren gehen. Dann führen zwei Tierpfleger jeweils ein Gespräch mit den Interessenten an zwei unterschiedlichen Tagen. Die Besitzer werden über die Bedürfnisse des Hundes aufgeklärt und über die Voraussetzungen der Vermittlung. Es wird im Team entschieden, ob das Zuhause sich für den Hund eignet, und sollte das der Fall sein, wird der Hund mit Schutzvertrag vermittelt. Danach muss der neue Besitzer eine Haftpflichtversicherung für den Hund abschließen und ihn bei der Stadt oder Gemeinde anmelden.

Das klingt nach einer Vermittlung, die viel Wert darauf legt, dass der Hund es gut hat. Gibt es Voraussetzungen für eine Hundeadoption?

Heid: Bei manchen Hunden sollte man Hundeerfahrung haben, andere brauchen viel Bewegung oder einen großen Garten. Es hängt ganz vom Hund ab.

Wie viel kostet eine Hundeadoption?

Heid: Bei nicht-kastrierten Hunden kostet eine Vermittlung ca. 230 Euro, bei kastrierten Rüden rund 270 Euro und bei kastrierten Hündinnen 290 Euro. Die Schutzgebühr deckt in der Regel nicht die Kosten, die der Hund verursacht hat, da neben der Pflege oft auch andere Kostenfaktoren auftreten können. Und die Kastration eines Hundes kann bis zu 500 Euro kosten.

Gibt es Hunde, die sich nicht vermitteln lassen oder die sie nicht vermitteln wollen? Und warum?

Heid: Es gibt Hunde, die viele Beißvorfälle hatten. Mit diesen wird dann versucht zu trainieren. Einige können nach langem Training doch unter strengen Bedingungen vermittelt werden. Die nicht vermittelbaren Hunde bleiben im Tierheim und kriegen hier ihr Gnadenbrot.

Mehr zum Thema in der Printausgabe und dem E-Paper der DZ am Freitag.

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