Mi., 19.04.2017

Winterwetter noch nicht Vergangenheit Mit Sommerreifen aufs Glatteis

Winterwetter noch nicht Vergangenheit : Mit Sommerreifen aufs Glatteis

Ein morgendliches Bild von seiner vereisten Windschutzscheibe hat DZ-Leser Ramazan Zehiroglu an die Redaktion geschickt.

Dülmen. „Von Oktober bis Ostern“ lautet die Faustregel für Winterreifen. Und so haben viele Dülmener bereits vor den Ferien wieder Sommerreifen aufziehen lassen.

Von Markus Michalak

Doch kurz nach Ostern sinkt die Quecksilber-Säule in den Keller, und die Wetterdienste warnen vor frostigen Straßenverhältnissen.

„Die O-bis-O-Regel ist ja nur eine allgemeine Empfehlung. Natürlich muss der Autofahrer sein Fahrzeug immer den aktuellen Verhältnissen anpassen“, warnt Simone Wans vom ADAC davor, die Winterreifenpflicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

In der Straßenverkehrsordnung gehe es nämlich weder um Jahrestage noch um Temperaturen. Hier komme es ausschließlich auf die aktuellen Straßenverhältnisse an. „Und wenn Matsch, Schnee, Raureif oder Eis die Straße glatt machen, dann kann ich eben nicht mehr einfach mit Sommerreifen losfahren.“

Vielmehr brauche ich mindestens einen Reifen mit M+S-Kennzeichnung, besser ist das Schneeflockensymbol. Autofahrern mit Sommerreifen drohen bei winterlichen Straßenverhältnissen ein Bußgeld und eine Eintragung ins Flensburger Punkteregister.

ADAC-Sprecherin Wans rät nun aber nicht allen Mitgliedern dazu, wieder auf Winterreifen zurückzurüsten. „Ich sollte das Wetter im Auge behalten. Vielleicht kann ich die wenigen Tage, die es noch sehr kalt wird, mit Bus oder Bahn überbrücken, oder ich schließe mich einer Fahrgemeinschaft an.“ Und manchmal genüge es ja schon, nicht in aller Herrgottsfrühe, sondern ein paar Stunden später loszufahren.

Kommt es bei winterlichen Straßenverhältnissen auf Sommerreifen zu einem Unfall, müsse der Fahrzeugführer damit rechnen, für den Schaden - mindestens teilweise - aufzukommen. „Das gilt aber vor allem für Kaskoschäden. Die Haftpflichtversicherung, die für Fremdschäden aufkommt, muss immer leisten“, versichert Wans.

Heinz Nordmann von der LVM Dülmen ergänzt: „Es kommt auf den Einzelfall an. Aber wir leisten zum Beispiel auch in der Kasko noch bei grober Fahrlässigkeit.“

Mehr zum Thema in der Printausgabe und dem E-Paper der DZ am Donnerstag.

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