Di., 29.03.2016

Archäologen erforschen am Ostring die Stadtbefestigung Mit Legenden aufgeräumt

Archäologen erforschen am Ostring die Stadtbefestigung : Mit Legenden aufgeräumt

Einblick in einen der beiden Gräben der Dülmener Stadtbefestigung ermöglichte die Ausgrabung der LWL-Archäologen am Ostring, in direkter Nähe des Lorenkenturms. Foto: LWL/Jentgens

Dülmen. Der Bau eines Mehrfamilienhauses am Ostring öffnete ein Zeitfenster für die Archäologen. Hier kam direkt am Lorenkenturms der innere Graben der Stadtbefestigung zum Vorschein. 1311 ist Dülmen zur Stadt erhoben worden, danach erfolgte die Befestigung mit Stadtmauer und Graben. Im 16. Jahrhundert wurden die Tore verstärkt und ein weiterer Graben angelegt. 1761 schließlich wurde die Stadtbefestigung zerstört.

Archäologisch erforscht ist sie bislang noch wenig. Jetzt kamen innerhalb von drei Tagen Überreste des fünf Meter tiefen, etwa 14 Meter breiten, inneren Stadtgrabens zutage, so der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). „An der Grabensohle fanden wir neben Geäst und organischem Material auch Teichmuscheln“, erläutert Grabungsleiter Dr. Gerard Jentgens. „Das zeigt, wie gut die Qualität des Wassers im Stadtgraben war, der von der Tiber gespeist wurde.“

Andererseits konnte Jentgens mit der Legende aufräumen, wonach der Lorenkenturm den Einlauf der Tiber bewachte. Dem ist nicht so, der Bach floss offensichtlich an anderer Stelle. Weitere Erkenntnisse zur Stadtbefestigung erhoffen sich die Archäologen nun bei den anstehenden Grabungen auf dem Overbergplatz.

Weitere interessante Funde machten die LWL-Fachleute zudem in Hausdülmen und am Bült. Mehr dazu in der DZ-Printausgabe von Mittwoch und im E-Paper.

Google-Anzeigen

Folgen Sie uns auf Facebook

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3898795?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819647%2F