Sa., 26.03.2016

Ansicht der Innenstadt gibt Rätsel auf Gemälde sucht Künstler

Ansicht der Innenstadt gibt Rätsel auf : Gemälde sucht Künstler

Welcher Künstler steckt hinter dieser Ansicht von Alt-Dülmen, fragen sich Monika und Friedhelm Hüssen. Dabei hoffen sie auf Hilfe der DZ-Leser. Foto: Kerstan

Dülmen. Für Monika Hüssen, die in der DZ-Weihnachtsausgabe die bestickte Adventsdecke ihrer Dülmener Tante Hedwig Schwartze präsentiert hatte, war der Zeitungsartikel ein echter Glücksfall. „Dadurch erinnerte sich die Vermieterin des damaligen Altenstübchens, das meine Tante ja einst in der Markstraße gegründet hatte, wieder an ein altes Gemälde, welches früher dort gehangen hatte“, berichtet Hüssen.

Von Markus Michalak

Das gerahmte Ölgemälde zeigt ein Motiv der Dülmener Innenstadt, die unzerstörte Viktorkirche mit ihren vier kleinen Türmchen und ein Teil der alten Stadtmauer sind gut zu erkennen. Jenseits der Stadtmauer gibt es kaum Bebauung, damals waren hier offenbar nur Wiesen und Ackerflächen zu sehen.

Fast 30 Jahre lang war dieses Bild nach der Schließung des Altenstübchens in den 90er-Jahren eingelagert - und vergessen - worden. „Und da ich ja das Patenkind von Tante Hedwig war, rief mich Frau Dresemann an, und ich durfte das Bild abholen“, freut sich Monika Hüssen über die positive Reaktion auf den DZ-Artikel.

Das Bild hat inzwischen im Esszimmer der Hüssens seinen Ehrenplatz bekommen. Aber wer mag der Künstler sein, der das Gemälde einst gemalt hat? Das wüssten die Hüssens zu gern.
Datiert ist es auf 1929, und ein Monogramm zeigt die Initialen AB. Auch in der Artothek wusste man das Gemälde nicht zuzuordnen. „Wir sind dann zum Stadtarchivar Dr. Stefan Sudmann gegangen, um herauszufinden, was da bei uns an der Wand hängt“, erklärt Friedhelm Hüssen.

„Ich habe sofort gedacht, das könnte ein Bild des Dülmener Lehrers Andreas Ballhausen sein“, berichtet der Stadtarchivar im Gespräch mit der DZ. Die Initialen AB würden passen, doch ein anderes Gemälde, das im Stadtarchiv aufbewahrt wird, hat der Zeichenlehrer mit seinem vollem Namen signiert. Dieses Bild zeigt das ehemalige Gymnasium, das heute Sitz des Stadtarchivs und der Leeser-Realschule ist.

Verschiedene Artikel über das künstlerische Wirken des 1940 verstorbenen Andreas Ballhausen finden sich in der Dülmener Zeitung, die im Oktober 1929 über ein neues Werk mit dem Titel „Blick vom Brokwall auf das Innere der Stadt“ berichtet. Leider war die Zeitung damals noch nicht so reich bebildert wie heute, sodass außer der bloßen Nachricht keine weiteren Informationen zu finden sind. Möglicherweise haben die nun Hüssens genau dieses Werk geerbt.
„Ballhausen galt zwar als talentierter Zeichenlehrer, aber über Dülmen hinaus hat er sich keinen größeren künstlerischen Ruf erworben“, meint Stefan Sudmann.
Deshalb sei es schwierig, das Bild hundertprozentig zuzuordnen.

Vielleicht kann sich in der Familie der Hüssens noch jemand an den Ursprung des Gemäldes erinnern? Einen Hinweis gibt es noch. „Leihgabe Blank Bonn“ steht hinten auf dem Rahmen. Und aufgewachsen ist Monika Hüssen, geborene Blank, tatsächlich in Bonn. „Aber ich kann mich nicht erinnern, das Bild je gesehen zu haben.“ Möglicherweise, so hoffen die Hüssens, hat ein DZ-Leser noch Erinnerungen an das Gemälde.

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