Fr., 25.03.2016

Zu Besuch bei Domsakristan Albert David Schlaflos in der Osternacht

Zu den Aufgaben von Domsakristan Albert David gehört die Vorbereitung der Messen im Paulus-Dom, beispielsweise das Herauslegen der benötigten Gewänder.

Zu den Aufgaben von Domsakristan Albert David gehört die Vorbereitung der Messen im Paulus-Dom, beispielsweise das Herauslegen der benötigten Gewänder. Foto: Kerstan

Dülmen/Münster. Mikrofon samt Ständer, Gesangbücher und ein Feuerzeug hat Albert David dabei, als er durch den Dom eilt. Nicht mehr lange, dann beginnt die Vesper. Bis dahin muss alles fertig sein. Trotzdem: Am Allerheiligsten hält er inne, verneigt sich - wie jedes Mal, wenn er hier vorbeigeht. Am Altar im Westchor angekommen, legt David Mikro und Bücher an die richtigen Stellen. Dann zündet er zwei Kerzen auf dem Altar an. Nur zwei, möchte man fast sagen. Denn zu besonderen Anlässen können es bedeutend mehr sein: Allein der große Radleuchter im Paulus-Dom kommt auf 55 Kerzen, im Engelumgang sind sogar 97 zu finden. Müssen die alle entzündet werden, schafft das natürlich nicht allein eine Person, erläutert David.

Von Kristina Kerstan

Gut ein Jahr ist es her, seit der Hausdülmener in der Vorbereitungszeit auf das Osterfest 2015 zum ersten Mal über eine Kollegin davon erfuhr, dass am Münsteraner Dom ein neuer erster Domsakristan gesucht wird. „Das ist Fügung“, habe er sich damals gedacht, erinnert sich David. Er bewarb sich und bekam die Stelle, die er am 1. August vergangenen Jahres antrat.

„Es ist eine sehr schöne Arbeit hier“, sagt der 44-Jährige. „Jeden Tag gibt es mindestens drei Messen und eine Vesper am Nachmittag, sonntags fünf Messen und die Vesper.“ Erfahrung brachte er mit, so war er von 2004 bis 2008 erst Küster in Hausdülmen, im Anschluss in St. Viktor. Im Unterschied zu früher hat David nun jedoch Kollegen: Drei Domsakristane gibt es, dazu Hausmeister, Reinigungskräfte und Kustoden, die die Aufsicht während der Besuchszeiten übernehmen. „Es ist zwar viel Arbeit hier, aber die endet auch.“ Denn es gibt feste Arbeitszeiten mit Früh- und Spätschicht. Und, da der Dom eben mehr als einen Küster hat, auch mal freie Sonntage.

Aber natürlich nicht zu Ostern. „Dann brennt hier der Laden“, sagt der Hausdülmener mit Blick auf die anstehenden Feiertage. Freimachen kann da keiner, dafür ist einfach viel zu viel zu tun. Etwas nervös vor seinem ersten Ostern als Domsakristan sei er schon, gibt David zu. „Wäre aber auch schlimm wenn nicht.“

Gerade füllt der Domsakristan Chrisam ab, das Salböl. Die kleinen Fläschchen sind für Albert Davids frühere Küster-Gemeinde bestimmt - St. Viktor in Dülmen. Seine Nachfolge trat dort Bruder Christoph David an. Der ist an diesem Tag nach Münster gekommen, um das Chrisam, das am Montag der Karwoche im Dom geweiht wurde, abzuholen. „In den Pfarrkirchen hat man zwischen Palmsonntag und Gründonnerstag noch einmal Zeit zum Luftholen“, erläutert der Hausdülmener. Ganz anders im Münsteraner Dom.

Mehr zum Thema in der Osterausgabe der Dülmener Zeitung und im E-Paper.

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