Mi., 20.01.2016

Edith und Rudolf Lehmann sind seit 65 Jahren verheiratet Mit eisernem Willen durchs gemeinsame Leben

Edith und Rudolf Lehmann sind seit 65 Jahren verheiratet : Mit eisernem Willen durchs gemeinsame Leben

Edith und Rudolf Lehmann freuten sich über die Glückwünsche von Günter Lübke im Namen der Nachbarschaft sowie der stellvertretenden Bürgermeisterin Annette Holtrup (M.) und der stellvertretenden Landrätin Anneliese Haselkamp Foto: Stief

Dülmen. Ein volles Haus hatten am Mittwoch Edith und Rudolf Lehmann - und dazu noch jede Menge ungewöhnliche Post. „Sie gehören zu den wenigen Menschen, die es geschafft haben, eine so lange glückliche Zeit zu verbringen. Sie haben die Verantwortung geteilt und auch für andere übernommen“, las Edith Lehmann den Besuchern in ihrem Wohnzimmer aus dem Brief von Joachim Gauck vor.

Von Hans-Martin Stief

Der Bundespräsident hatte dem Paar ebenso in einem persönlich unterschriebenen Glückwunsch zur Eisernen Hochzeit gratuliert wie Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Persönlich und mit einem bunten Strauß in der Hand gratulierten die stellvertretende Landrätin Anneliese Haselkamp und die stellvertretende Bürgermeisterin Annette Holtrup.

Die beiden 86-jährigen Ehejubilare („Wir liegen nur 16 Tage auseinander“) können sich zudem über eine gute Nachbarschaft freuen, in deren Namen Günter Lübke dem Paar viel Glück wünschte. Bei einem Glas Sekt erzählte das Paar über die 65 gemeinsamen Jahre in Dülmen, nachdem sie sich in Schneidenbach im Vogtland kennen und lieben gelernt hatten. Nach Flucht und Vertreibung der Familie von Rudolf Lehmann aus Schlesien, besuchte Edith ihren späteren Mann zweimal in Dülmen und fuhr schwarz in den Westen, bevor alle Grenzen dicht waren.

„In diesen schweren Zeiten haben wir bald geheiratet, damit wir überhaupt Arbeit finden konnten“, erinnert sich Rudolf Lehmann in der bebilderten Familienchronik, die die beiden Söhne und die Tochter dem Paar zur Diamantenen Hochzeit geschenkt hatten. „Mit 22 Jahren war es damals keine leichte Entscheidung, die Heimat zu verlassen. Unser Gegenüber in der ersten gemeinsamen Wohnung an der Münsterstraße wollte sich damals mit Flüchtlingen wie uns so gar nicht anfreunden“, erinnert sich Edith Lehmann. Das änderte sich aber schnell durch die offene Art der damaligen Neu-Dülmener. „Und sie sind dann resolut durchs und gut durchs Leben gekommen“, verfolgte Annette Holtrup im Gespräch die zahlreichen Lebensstationen des Eisernen Brautpaares.

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