Di., 04.09.2012

Ärzte wollen mehr Geld „Praxis wegen Streik geschlossen“

Ärzte wollen mehr Geld : „Praxis wegen Streik geschlossen“

Mit der Ruhe könnte es im Wartezimmer der Notaufnahme Ende Dezember vorbei sein. DZ-Foto: Michalak Foto: Michalak

Dülmen.Die freien Ärzteverbände drohen mit dem Äußersten: Wenn die Krankenkassen im Streit um die Honorare nicht nachgeben, könnten Ende September die niedergelassenen Ärzte zu Hause bleiben.

Von Markus Michalak

„Wir wollen die Patienten mit unseren Maßnahmen nicht treffen, aber viele würde es hart treffen. Auch in Dülmen“, bestätigt Volker Heiliger, Sprecher der Ärztekammer Westfalen-Lippe, dass die medizinische Versorgung stark eingeschränkt würde, wenn die Ärzte die Arbeit niederlegen. Auf jeden Fall müssten die Patienten mit längeren Wartezeiten rechnen, und auch das routinemäßige Abholen eines Rezeptes wäre mit erheblichem Mehraufwand verbunden. Eine schlechte Nachricht für chronisch Kranke. „Die medizinische Grundversorgung wird aber dennoch nicht zusammenbrechen, weil ja in letzter Konsequenz die Krankenhäuser einspringen müssen“, erklärt Heiliger. „Aber der gewohnte Service in den Arztpraxen, der wäre natürlich stark eingeschränkt.“ Dr. Irmgard Greving, Chefärztin für Innere Medizin am Franz-Hospital, gibt Entwarnung: „Wenn die niedergelassenen Kollegen wirklich streiken sollten, dann nehmen wir deren Patienten 24 Stunden in unserer Notaufnahme auf.“ Zusätzlich sei ja auch der Notfalldienst der niedergelassenen Ärzte zu den Öffnungszeiten im Krankenhaus erreichbar. „Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kollegen im Notfalldienst streiken werden“, betont Greving.

Heiliger wirbt bei den Patienten um Verständnis für die Ärzte, die höhere Honorare von den Krankenkassen fordern: „Es geht ja nicht darum, dass die Ärzte sich mehr Geld in die eigene Tasche stecken wollen“, betont er. Vielmehr müssten die selbstständigen Unternehmer die steigenden Gehälter ihres Personals, aber auch die steigenden Kosten für Miete oder Strom bezahlen.

Bevor die Ärzte endgültig in den Ausstand treten, wollen sie die gesetzlichen Krankenkassen, die nicht bereit sind, auf die Honorarforderungen der Ärzte einzugehen, ärgern. „Wir werden das System so durcheinanderwirbeln, dass die Krankenkassen nicht mehr wissen, wie sie das Geld verteilen sollen“, erklärt Dr. Dirk Heinrich, Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände. Am kommenden Mittwoch entscheiden die Ärzte, ob Ende September die Arztpraxen geschlossen bleiben.

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