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Sa., 25.06.2016

Leserreise Nachlese: Altstadt-Bummel mit Fußball-Flair kombiniert

Leserreise : Nachlese: Altstadt-Bummel mit Fußball-Flair kombiniert

Die Teilnehmer der DZ-Leserreise nach Polen. Foto: Rainer Mittrowann

Rund 120 Kilometer in acht Tagen – mehr ließ Petrus nicht zu. Damit ist aber bereits das benannt, was bei der diesjährigen Radtour der Borkener und der Dülmener Zeitung nur suboptimal war, das Wetter.

Von Hellmuth Bednara

Alles Übrige bei der Leserfahrt nach Kolberg, den Slowinski Nationalpark, die Danziger Bucht, Zoppot, Weichsel-Delta, Frisches Haff, Marienburg, Kaschubai, Danzig und Posen reihte sich nahtlos an die erlebnisreichen und eindrucksvollen Reisen der Vorjahre an.

Für besondere Fälle gibt’s es meistens einen Plan B, diesmal sah der die Besichtigung eines Kleinods vor, das für viele zu einem der Höhepunkte der Reise werden sollte: den Dom von Oliva. Aus den Anfängen eines Zisterzienserklosters Ende des 12. Jahrhunderts bekam diese Basilika 1350 die heutige Form.

Mit einer Länge von 107 Metern ist sie die größte Kirche Polens. Neben dem Hochaltar gibt es 22 Seitenaltäre, alle aus dem Barock.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Diözese Danzig errichtet, Oliva wurde Bischofssitz und der Dom zur Kathedrale erhoben.

Die Münsterländer hatten zudem Gelegenheit, einem Orgelkonzert auf einer der bedeutendsten Orgeln Polens (erbaut ab 1763 von Johann Wulff, 5100 Pfeifen, 84 Register) beizuwohnen.

Wer noch nie oder lange nicht mehr in Polen war, wird erfreut die Infrastruktur vor allem in den Ballungsräumen wahrgenommen haben. Hier - und sicher auch bei den Investitionen mit ausländischem Kapital - zeigen sich die Vorteile einer EU-Mitgliedschaft.

Das Straßenbild der großen Städte wird auch geprägt von alten Bekannten wie bei uns: Automarken, Lidl, Rossmann, Kaufland, Ikea, Obi usw. Und natürlich darf einer nicht fehlen: McD, das Feinschmecker-Restaurant mit den knusprigen Brötchen.

Der „größte Ziegelberg nördlich der Alpen“, die Festung Marienburg, die größte gotische Festungsanlage zugleich die größte Backsteinfestung Europas zog die Lesergruppe natürlich in ihren Bann.

Die alte Hauptstadt des Kreuzritterordens aus dem 13. Jahrhundert liegt majestätisch an der Nogat, einem Nebenfluss der Weichsel. Schade, dass die Zeit nur für einen Fotostopp und nicht für eine ausgiebige Besichtigung reichte – aber da hätte es dann noch einen ganzen Tag mehr regnen müssen.

Weitere Glanzlichter auf der Tour waren auch die Besteigung einer der größten Wanderdünen Europas, der Bummel durch das Seebad Zoppot, ein Folkloreabend in der Kaschubai mit einem Vier-Gänge Menü polnischer Köstlichkeiten und die Krönung, ein Bummel durch die Altstadt Danzigs. Man weiß nicht, welches beeindruckendes Beispiel für die Faszination dieser Stadt mit der abwechslungsreichen Geschichte man zuerst nennen soll: Krantor, Grünes Tor mit dem Langen Markt, Rathaus, Frauengasse, Zeughaus, Marienkirche – ein Ort, zu dem man noch einmal zurückkehren möchte.

Letzter Abend, ein Bummel über den Alten Markt in Posen, voll mit Restaurants, Verkaufs-Buden und vor allem Menschen; plötzlich ein Jubel, als hätte Polen das Siegtor im EM-Finale geschossen. Ein Blick auf einen der Fernseher: die Wiederholung zeigt den verschossenen Elfmeter Portugals gegen Österreich. Ronaldo hat nicht nur bei den Münsterländern Freunde.

Und am Ende der Reise zieht man Bilanz. Sie fällt positiv aus: Christoph, ein Busfahrer, der mit Können und Humor seine 435 niederländischen Pferdchen sicher und gekonnt über jeden Parcours brachte, der für kaltes Bier (und Wasser) und heißen Kaffee sorgte und reichlich oft Fahrräder aus- und abladen durfte – Czarek, ein Rad-Guide, wie man ihn sich wünscht, der offensichtlich jeden Pfad Polens kennt, ausgestattet mit einem fast unglaublichen Wissen über alles, was man sah oder erfragte und das mit einem für einen Nicht-Deutschen unwahrscheinlichen Wortschatz – tolle Hotels, in denen man den Sieg gegen die Ukraine und den Punktverlust gegen Polen begießen konnte, mit Buffets zum Frühstück und zum Abend, wer da nichts Passendes fand, ist (auf westfälisch) „selbst in Schuld“. Nur die heimische Waage bewegt den Zeiger dann in die falschen Felder.

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