Leserreise
Nachlese: Das Farbenspiel der Wälder

Pulsierende Metropolen, farbenbrächtige Wälder, mächtige Wasserfälle und stille Seen bekamen die Teilnehmer der DZ-Leserreise nach Kanada zu sehen. 3000 Kilometer legten die Teilnehmer in elf Tagen zurück, um möglichst viele Seiten Kanadas kennen zu lernen.

Dienstag, 11.11.2014, 16:11 Uhr

Leserreise : Nachlese: Das Farbenspiel der Wälder
Die Teilnehmer der DZ-Leserreise nach Kanada. Foto: Birgit Jüttemeier

„Viel sehen in kurzer Zeit“ - so lautet die Devise der elftägigen Leserreise in den Osten Kanadas. Auf der rund 3000 Kilometer langen Tour lernten die 39 Teilnehmer pulsierende Metropolen kennen, dazu farbenprächtige Wälder, mächtige Wasserfälle und stille Seen. Gleichsam nebenbei erfuhren sie, dass der „Indian Summer“ so heißt, weil die Indianer diese Zeit vor dem Winter noch einmal zum Jagen nutzten. Und dass 40 Liter klarer Ahornsaft („süßes Wasser“) gebraucht werden, um einen Liter Sirup zu gewinnen. Und dass das Motto „je me souviens“ (ich erinnere mich) auf allen Auto-Nummernschildern der französisch sprechenden Provinz Quebec steht - als Erinnerung an den französischen Teil der Geschichte.

Ob Bootsfahrt durch das Labyrinth der „Thousand Islands“, spektakuläre Ausblicke vom CN-Tower in Toronto, Staunen an den schäumenden Niagarafällen: Pulsierende Metropolen, faszinierende Natur vielfältige Impressionen vom kontrastreichen Leben am großen St.-Lorenz-Strom nahmen die Leser mit nach Hause. Stationen waren unter anderem Toronto, Québec City, Montreal und Ottawa sowie die Niagarafälle, der Nationalpark der 1000 Inseln, der Algonquin Provincial Park und das Gebiet der Muskoka-Seen. Reiseleiter Rainer Mittrowann und Edda Brown, Reiseführerin aus Toronto mit Wiener Wurzeln, begleiteten die Gruppe.

Zum Auftakt ging’s hoch hinauf: Von der 447 Meter hohen Aussichtsplattform des CN-Towers (553,33 Meter hoch) bot sich ein faszinierender Rundblick über Toronto. Die größte Stadt Kanadas und Hauptstadt der Provinz Ontario, die übersetzt „Treffpunkt“ heißt, lag den Westmünsterländern zu Füßen. Klar, dass sich einige die „Mutprobe“ - den Blick durch den Glasboden aus 342 Meter Höhe - nicht entgehen ließen. Modernste Architektur, viktorianische Bauten, große Shopping Malls, Museen und eine schicke Hochhaus-Skyline, so präsentierte sich Toronto. Abstecher zur Harbourfront, zum traditionsreichen St.-Lawrence-Markt und zum Distillery Historic District - einst Schnapsfabrik, heute Industrie-Denkmal - rundeten die Stadtrundfahrt ab.

Strömender Regen am nächsten Morgen: „Hier sind ja schon die Wasserfälle“ oder „Nasser kann es auch dort nicht werden“, kommentierten die Münsterländer das Wetter. Doch sie hatten Glück. Strahlender Sonnenschein setzte die weltberühmten Niagarafälle kurze Zeit später ins Licht.

„Die Wassermenge der Niagarafälle reicht aus, um pro Minute eine Million Badewannen zu füllen“ so Reiseführerin Edda Brown

Nass wurden die Borkener und Dülmener an den „donnernden Wassern“ (Irokesensprache) dennoch. Bei der Schifffahrt dicht am gigantischen Halbrund der „Horseshoe Falls“ hielten die pinkfarbenen Regenponchos die Wasserschwaden nur teilweise ab, was aber kaum jemanden ernsthaft störte. „Die Wassermenge der Niagarafälle reicht aus, um pro Minute eine Million Badewannen zu füllen“, erläuterte Edda Brown. Nachts werde die Hälfte des Wassers zur Stromerzeugung abgeleitet.

Die anschließende Fahrt über den 56 Kilometer langen Niagara-Parkway mit Stopps am Whirlpool Aero Car und im nostalgisch anmutenden Städtchen Niagara-on-the-Lake sowie der Besuch im Weingut einer deutschstämmigen Winzerfamilie vermittelten weitere Einblicke.

„Ein Eiland darf sich Insel nennen, wenn ein lebender Baum dort wächst“, erklärte Edda Brown dann bei der Bootsfahrt durch den Nationalpark der 1000 Inseln. Tatsächlich existieren 1864 Inseln im St.-Lorenz-Strom, der dort als Abfluss des Ontario-Sees beginnt.

Bei einer Stadtrundfahrt lernten die Münsterländer anschließend Quebec City kennen, die einzige Festungsstadt Nordamerikas und seit 1985 Weltkulturerbe. Sie bummelten durch die mittelalterlich wirkende Ober- und Unterstadt mit verwinkelten Gassen, niedrigen Steinhäusern und Kopfsteinpflaster und fotografierten das Chateau Frontenac. Das einem Loire-Schloss ähnelnde Wahrzeichen der Stadt gilt als das meistfotografierte Hotel der Welt.

Weitere Stationen waren die Montmorency-Fälle, deren Wasserkaskaden 83 Meter in die Tiefe stürzen, und die Basilika Sainte-Anne-de-Beaupré - die älteste katholische Kirche Nordamerikas und einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Kanadas.

Montreal ist nach Paris die zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt. Die Mischung aus französischer Lebensart, moderner amerikanischer Wolkenkratzer-Architektur und kultureller Vielfalt beeindruckte die Reisegruppe bei der Stadtrundfahrt.

Viel Wasser hat auch Ottawa, die Hauptstadt Kanadas, zu bieten: Am „Ort, wo sich die Wasser treffen“ (Indianersprache) fließen Ottawa-, Rideau- und Gatineau-River zusammen, dazu kommt der Canal Rideau. Parks und Alleen, vor allem aber die viktorianischen Regierungsgebäude auf dem „Parliament Hill“ sowie das futuristisch wirkende Museum of Civilization beeindruckten.

Nach den kontrastreichen Eindrücken der vier Großstädte gab’s Natur pur: Bei der Fahrt zum Mont Tremblant sowie durch den Algonquin Provincial Park und vorbei an den Muskoka-Seen staunten die Münsterländer über den Indian Summer. Ahorn, Eichen und Espen glühten bei strahlendem Sonnenschein in gelb, orange, bronze und rot – ein spektakuläres Farbenspiel, das die Teilnehmer immer wieder fotografierten. Nicht nur diese Bilder werden sie an Kanada erinnern, getreu dem Motto „je me souviens“.

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